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Serie "Sportler des Jahres": Susanne Krack kann ihre Landesmeistertitel 2007 gar nicht mehr alle zählen

"Nur stur Bahnen zu schwimmen, das wär zu öde"

Rinteln (cok). Eine wirklich beeindruckende Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, entspannter Freude am Körpertraining und der Lust daran, bei den Wettkämpfen alte Freunde wieder zu treffen, das zusammen lässt Su sanne Kracks (51) Schwimmerfolge, für die sie als "Sportlerin des Jahres" ausgezeichnet wurde, so besonders schön und vorbildlich erscheinen.

Susanne Krack - eine "Lustsportlerin": Am liebsten dreht die 51-

"Ich bin eine Lustsportlerin", sagt sie. "Wenn ich direkt nach dem Dienst ins Wasser springe, dann geht es mir gut!" Der "Dienst", das ist ihre Tätigkeit als Förderschullehrerin an der Albert-Schweizer-Schule in Obernkirchen und das "Wasser" befindet sich im Sonnenbrinkbad, wo man beim Trainieren im chlorfreien Salzwasser mehr Raum für sich hat als zum Beispiel im Hallenbad von Rinteln. Dort schwimmt sie zusammen mit der ebenfalls großartigen "Senioren"-Schwimmerin Elisabeth Reineke, deren Sohn für die beiden Wettkämpferinnen spezielle, sehr abwechslungsreiche Trainingspläne ausarbeitet. "Ohne einen Trainingsplan brauche ich gar nicht erst anzufangen. Nur stur meine Bahnen abzuschwimmen, das wäre mir viel zu öde." Als Schülerin - da wohnte Susanne Krack noch in Helmstedt - war Leistungssportschwimmerin, gewann Bezirks- und Landesmeisterschaften vor allem auf den Kurzstrecken und nahm das Gewinnen auch sehr ernst. "Das hastige Schwimmen aber liegt mir jetzt gar nicht mehr", meint sie. "Ich bin auch nicht mehr so angespannt und ehrgeizig. Das Familiäre ist es, was mir Spaß macht." Susanne Krack startet jedoch nicht für den Obernkirchener Verein, sondern immer noch für ihren alten Schwimmverein in Helmstedt. Jeder Wettkampf ist zugleich ein Treffen mit den Freunden von früher, und selbst, wenn es mal nicht so gut läuft, sind das Wiedersehen und die vielen Gespräche den Aufwand für sie unbedingt wert. Außerdem läuft es meistens gut, sehr gut sogar. Ihre Landesmeistertitel aus dem letzten Jahr sind gar nicht alle aufzuzählen, wobei sie besonders stolz ist auf den Sieg im 200 Meter Schmetterlingsschwimmen, der einzigen Schwimmdisziplin, mit der sie als junge Frau kaum etwas zu tun hatte. Sportlehrerin ist Susanne Krackübrigens nicht geworden. Sie studierte Mathematik und Biologie und zwar von Beginn an mit dem Ziel, an einer Förderschule zu arbeiten und sich mit Kindern zu beschäftigen, die besondere Zuwendung brauchen, weil sie Lernprobleme haben oder so verhaltensauffällig sind, dass sie keine "normale" Schule besuchen können. Da man als Förderschullehrerin aber sowieso fast alle Fächer unterrichtet - "es kommt nämlich am meisten auf die pädagogische Führung an, die Sachinhalte sind ja nicht sehr komplex", erklärt sie - unterrichtet sie auch das Fach Sport und besonders gerne natürlich gibt sie Schwimmunterricht. "Es ist erstaunlich, wie viel Vertrauen in den eigenen Körper das Schwimmen im Wasser geben kann." Auch ihr Mann Dieter Krack ist Förderlehrer an der Pestalozzischule in Rinteln. Mit ihm zusammen zog sie 1990 nach Exten, wo sie übrigens auch viel Fahrrad fährt, Tennis spielt und durch den Wald läuft. "Ja, das alles gehört für mich zur Lebensqualität", sagt sie. Angestrengt klingt das gar nicht. "Ich feiere auch gern. Und bin bekennende Rotweintrinkerin!" Und Rotwein, den gibt es sicher auch nach den nächsten Landesmeisterschaften, wenn die Obernkirchener und Helmstedter erneut aufeinander treffen, in der Staffel gegeneinander schwimmen und abends dann gemeinsam den Sieger feiern.

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