weather-image
25°
Kontroverse Gemeinde - Landwirt geht in letzte Runde / Grenze am Feuchtbiotop wird neu vermessen

Nur 'ne Weide steht dem Frieden noch im Weg ...

Heeßen (tw). In der seit eineinhalb Jahren schwelenden Kontroverse zwischen der Gemeinde Heeßen und Landwirt Friedrich Rahe um eine neue Zufahrt zur Meier-Wiese am früheren Feuchtbiotop und das Begradigen eines Grabens ist jetzt Land in Sicht: Dem Durchbruch bei den Verhandlungen steht nur noch eine Weide im Weg ...

Ihr Wurzelwerk stabilisiert die Böschung der Aue nicht, sondern

Konkret: Um Klarheitüber den Umfang des von der Gemeinde geplanten Landkaufs zu erhalten, wird eine Firma auf Vorschlag von Gemeindedirektor Bernd Schönemann zunächst die genaue Lage der knapp 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche steckenden Grenzsteine in dem strittigen Bereich ausfindig machen. Parallel dazu wird "Heeßen" in einem neuen Anlauf mit dem Landkreis verhandeln, ob nicht doch zumindest eine der acht Weiden, die den Altweg an der Aueböschung blockieren und den Ankauf verteuern würden, gefällt werden kann. Sollte der Landkreis bei seinem bisherigen Nein bleiben, müsste die Gemeinde womöglich in den sauren Apfel beißen - und dem Landwirt zwecks Neuanlage der Zufahrt eine größere Fläche abkaufen. Doch die Chancen, dass der Landkreis am Ende einlenkt, stehen offenbar nicht schlecht ... Wie auch immer: Den besagten Vermessungs- sowie den Verhandlung-Beschluss fällten die Ratsmitglieder unter Vorsitz von Bürgermeister Wilhelm Brümmel (CDU) bei der jüngsten Zusammenkunft in der Gemeindeverwaltung Im Wiesengrund einstimmig: Der Sitzung ging ein kurzes Gedenken an den am 23. Januar verstorbenen Ehrenbürgermeister Karl-Friedrich Buhmeier voraus. Schönemann nach einem Ortstermin: "Der ,Unterhaltungsverband Bückeburger Aue' wird die Uferböschung am Feuchtbiotop im Frühjahr neu befestigen lassen. Dabei sieht der Verband die Möglichkeit, dass die entsprechende Firma in einem Aufwasch auch den strittigen Graben begradigt." Letzteres mache aber nur Sinn, wenn es Klarheit über den Grenzverlauf gebe. Selbst wenn der Graben begradigt werde, stehe immer noch besagte Weide im Weg. Problem: In einem Schreiben vom 24. November 2006 hatte das Naturschutzamt des Landkreises dem Antrag der Gemeinde, zwecks Neuanlage der Zufahrt die besagte "mehr als 120 Jahre alte" Weide sowie zwei Pappeln fällen zu lassen, eine Absage erteilt und eine Lösung angemahnt, "die den Erhalt dieses alten, das Landschaftsbild prägenden Baumes gewährleistet". Auch ein Schneiteln der Weiden insgesamt komme aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr in Frage. "Ich sehe es nicht ein", sagt Bauausschusschef Heinrich Meier (CDU), "dass wir als Gemeinde Herrn Rahe eine größere Fläche abkaufen - nur damit die Bäume stehen bleiben können". Abgesehen davon habe der Landwirt selbst erklärt, kein größeres Areal veräußern zu wollen. Der Rest der Ratskollegen sieht das ähnlich: "Ich dachte bislang, die Wurzeln der Weiden tragen dazu bei, die Böschung der Aue zu stabilisieren - das ist aber offensichtlich doch nicht so", macht Gerhard Möhlmann (SPD) unter Verweis auf das Exemplar deutlich, das Sturmtief Kyrill kürzlich umgelegt hat. "Außerdem", so Rudolf Wecke (CDU), "besteht die Gefahr, dass das Wurzelwerk der noch stehenden Bäume die benachbarte Abwasserleitung beschädigt". Genug "Munition" also, mit den Naturschützern neu zu verhandeln - zumal die Gemeinde laut Kai Alack (SPD) "Ausgleichspflanzungen angeboten" hat. Immerhin: Laut Schönemann hat der Landkreis signalisiert, sich eventuell mit dem Fällen zumindest einer der Pappeln sowie dem Schneiteln der Bäume durch einen Fachmann einverstanden erklären zu können. Somit stünde dem baldigen Landkauf durch die Gemeinde, der Anlage der neuen Zufahrt zur Meier-Wiese und damitdem Ende der schier unendlichen Geschichte nur noch die - eine - Weide im Weg ...

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare