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Endgültig: Historischer Versicherungsverein muss aufhören

Nur die Traditionspflege bleibt: EU-Bannstrahl reicht bis Vehlen

Vehlen (sig). Derälteste bisher noch existierende Verein des Dorfes hat sich aufgelöst. Nicht etwa, weil er Führungsprobleme oder Finanzsorgen besaß. Er hat es schlicht und einfach auf Geheiß der Obrigkeit getan. Und das war in diesem Fall die Europäische Union. Sie hat nämlich ein neues und schärferes Genehmigungsrecht für kleine Versicherungsgesellschaften erlassen.

Dieses Recht bedeutete das Aus für den bisherigen "Versicherungsverein für krepierte Schweine in der Dorfschaft Vehlen". Die Verwaltung des Landkreises als die zuständige Aufsichtsbehörde hatte dem Vereinsvorstand nahe gelegt, das Versicherungsgeschäft wegen Geringfügigkeit aufzugeben und sich stattdessen auf die Traditionspflege zu konzentrieren. Die logische Konsequenz hieß: Der vor 123 Jahren gegründete Verein musste aufgelöst werden. Die Nachfolge trat der "Traditionsverein Vehler Schweinekasse von 1885" an. So blieb das alte Gründungsjahr wenigstens noch im Namen enthalten. Aber es mussten natürlich eine Satzung mit neuen Inhalten her und dazu ein Vorstand, der sich der Traditionspflege verpflichtet fühlt. Diese Vorgaben erfüllte jetzt getreulich der zuletzt amtierende Vorstand. Er löste nach einer ausgiebigen Aussprache und einstimmigem Beschluss der Mitgliederversammlung den alten Versicherungsverein auf. Dieses Zusammentreffen im Feuerwehrgerätehaus ging nahtlos über in die Gründungsversammlung der Nachfolgegemeinschaft. Sehr engagiert diskutiert wurdeüber die Ziele der neuen Satzung, in deren Mittelpunkt die Erinnerung an historische Lebensformen und die Unterstützung sowie Weiterentwicklung ortstypischer dörflicher Traditionen stehen. Es gab ein paar Änderungen, aber schließlich wurde der vorgelegte Satzungsentwurf verabschiedet. Das allein reichte natürlich nicht. Ein Vorstand muss die Verantwortung für das Wohl und Wehe der neuen Gemeinschaft übernehmen. Siegfried Hoffmann stellte sich wieder als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Ihm zur Seite stehen Helmut Lübking (Stellvertreter), Marion Hanke (Schriftführerin) und Ernst Völkening (Schatzmeister). Zum Führungskreis gehören außerdem Renate Lindemann, Andreas Busche und Wolfgang Nerge. Allgemeine Erwartung und Hoffnung: Der neue Verein möge mindestens so lange existieren wie der alte und zum Wohle der Einwohnerschaft wirken.



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