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Ungewöhnlich früh fällt das Laub / Autoschlangen vor der Kompostanlage / Wöchentlich reinigen

Nur der Nachtfrost als Helfer fehlt noch

Obernkirchen (rnk). So golden war der Oktober seit vielen Jahren nicht mehr, ein Hauch von Indian Summer weht durch Stadt und Ortschaften. Und bringt auch Probleme mit sich: Wohin mit dem vielen, vielen Laub?

Na klar: zum Kompost. Und so kann Karl Harting als Leiter des Bauhofes von langen Autoschlangen erzählen, die donnerstags und sonnabends vor dem Kompostplatz schon warten, bevor die Tür überhaupt geöffnet hat. Für Harting und seine Bauhof-Mitarbeiter ist das Laub ein bisschen früher als in den letzten Jahren von den Bäumen gekommen, normalerweise muss erst im November eingesammelt und weggefahren werden. Es fehlt ein bisschen der erste Nachtfrost, sagt Harting, dann würden die Bäume nämlich merken, dass der Winter vor der Tür steht - und ihre Blätter abwerfen. Aber es ist verschieden, von Baum zu Baum anders, erklärt Harting. Wahrer Experte ist die Gärtnertruppe des Bauhofes bei den Kastanien, die das Stadtbild der Bergstadt prägen wie sonst kein Baum - nicht nur im La Flèche-Park. Dort sind die Blätter in diesem Jahr so wie früher gefallen: Bevor die Miniermotte über die Kastanien in Westeuropa kam und bei ihrem Siegeszug dafür sorge, dass die Blätter zwei Monate früher fielen. Das war in diesem Jahr nicht der Fall, Blätter und Kastanien, sagt Harting, fielen gleichzeitig; so wie es sein soll. Das soll auch so bleiben, deshalb gilt dem Laub der Kastanie, in dem die unerwünschte Motte sich einnistet, besondere Aufmerksamkeit. Sobald es auf dem Boden liegt, wird es eingesammelt und zum Kompostplatz gefahren, die bei der Kompostierung entstehende Hitze macht der Motte den Garaus. Um die Mottenlast für den Baum zu verringern, muss übrigens ganzjährig das Laub der Rosskastanie gesammelt und vernichtet werden, damit die Puppen nicht überwintern können. Die über das ganze Jahr gebildeten Dauerstadien sind sehr widerstandsfähig; im Gegensatz zum Laub verrottet die Puppe nicht. Eine effektive Vernichtung der Puppen wird nur in kommerziellen Kompostieranlagen erreicht, da nur hier die notwendigen hohen Temperaturen erreicht werden. Eine einfache Kompostierung im Garten reicht also nicht aus. Die Probleme mit der Miniermotte, sagt Harting, die sind zurückgegangen Auch die Parkplätze wurde vom Laub entfernt. Genau genommen ist der Bauhof hier nicht zuständig, aber es wäre ja nicht besonders schlau, hier das Laub mit der nistenden Motte liegen zu lassen. Glück hat der Bauhof bisher gehabt: Es war lange trocken, das erleichtert die Sammelarbeit. Wenn die Blätter fallen, ist im Bauhof Flexibilität Trumpf. Die Fegetouren für die Kehrmaschine, normalerweise genau festgelegt, werden umgestellt: Gearbeitet wird, dort, wo das Laub liegt - schon aus Gründen der Verkehrssicherheitspflicht der Stadt. Welche Pflichten hat der Bürger? Grundsätzlich dafür zu sorgen, dass der Gehweg sicher ist, sagt Andreas Grote. Im Detail, so erklärt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes, müsse unterschieden werden zwischen den Gemeindestraßen einerseits und den Landes-, Bundes- und Kreisstraßen andererseits. Auf der Gemeindestraße sei der Bürger bis zur Straßenmitte verantwortlich, ansonsten reicht der Gehweg. Wöchentlich, so schreibt es die Satzung vor, muss gereinigt werden, "je nach Lage" meint Grote: Soll heißen: Wenn alles voller Blätter liegt, muss gefegt werden - unabhängig davon, ob der Bürger schon vor zwei Tagen den Besen geschwungen hat. Probleme, sagt Grote, gibt es auch, aber sie sind nicht sonderlich gravierend. Auf etwa zehn schätzt er die Zahl der Bergstadt-Bürger, die von der Stadt pro Jahr angeschrieben werden, um auf ihre Pflichten hingewiesen zu werden. Und manchmal handelt es sich dabei um Bürger, die gar nicht in Obernkirchen wohnen, aber hier ein unbebautes Grundstück besitzen. Auch sie sind verpflichtet, "regelmäßig" nach dem Zustand der Gehwege zu sehen. Am besten, so Grote, wöchentlich. Flexibel ist der Bauhofübrigens auch in Bereichen, in denen er gar nicht zuständig ist. Am Wiesengrund in Krainhagen wurde jetzt ein Container aufgestellt - für alle Anwohner, die hier nicht wissen, wohin mit den vielen Blättern, die im Herbst von den dortigen Platanen fallen.




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