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Verein will Familien bei der Rückkehr in ihr Heimatland helfen

Notgroschen für Serbien

Samtgemeinde Lindhorst. Der Verein „Wir für soziale Gerechtigkeit“ hat eine weitere Lücke in der Situation der Flüchtlinge entdeckt und will helfen, diese zu füllen. Der Anlass war die Ausreise einer fünfköpfigen Roma-Familie nach Serbien, die in Deutschland kein Aufenthaltsrecht mehr hatte. „Die hat nichts an finanziellen Mitteln gehabt“, sagt Matthias Hinse, Vorsitzender des Vereins.

Wie Reise und Neustart im Heimatland ohne ein kleines Geldpolster funktionieren sollen, kann sich Hinse kaum vorstellen. So habe sich der Verein entschieden, der Familie mit 400 Euro eine Starthilfe zu geben. Den Kontakt zu den Roma hatte Vereinsmitglied Dietmar Buchholz hergestellt, der als Lehrer der Lindhorster Grundschule auch Verbindung zu einer Schülerin aus der Familie hatte. Drei Töchter hat das Ehepaar, das aus Serbien nach Deutschland gekommen war. „Die Mädchen haben die Schule täglich besucht und haben sich hier wohlgefühlt“, berichtet Hinse, der zusammen mit Buchholz die Familie vor der Abreise noch besucht hatte. „Wie geht es jetzt weiter?“, fragt er sich.

Sei die Abschiebung erst rechtskräftig, interessiere sich kaum jemand für das Schicksal der Menschen. „Das kann es nicht sein“, meint Hinse. Deshalb werde der Verein seinen Handlungsbereich jetzt erweitern und auch für solche Fälle finanzielle Unterstützung anbieten. „Im Kern geht es ja um dasselbe“, begründet er, „wir wollen Kinder unterstützen“, und das eben auch auf ihrem Weg in die ungewisse Zukunft.

Dafür ist der Verein auf Spenden angewiesen. „Wir haben natürlich keine Tausende auf dem Konto“, sagt der Sprecher von „Wir für soziale Gerechtigkeit“. „Es geht viel Geld raus, aber es muss auch welches reinkommen.“ Deshalb benötige der Verein für solche Zwecke Spenden. Das entsprechende Konto ist auf der Internetseite des Vereins www.bi-lindhorst.de.ki vermerkt. Wer diese Spende auch zweckgebunden eingesetzt sehen möchte, sollte als Verwendungszweck „Flüchtlingshilfe“ eintragen.

Stephan Hartmann, Berater für Zuwanderer vom Schaumburger Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, bestätigt, dass nicht alle, die in ihre Heimatländer zurückkehren müssen, Reisebeihilfen oder Starthilfen bekommen. Jeder Einzelfall sei zu prüfen. Da Serbien als sicheres Land gilt, gebe es keine Notgroschen für Menschen, die nach dem 19. Dezember 2009 in die Bundesrepublik gekommen sind. Allerdings existiere ein Sondertopf bei der Landesaufnahmebehörde in Bramsche. Dieser sei für solche Migranten eingerichtet worden, die normalerweise leer ausgehen. bab



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