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Autobahn 2 gestern Morgen: Lastzug und Pkw in Flammen / Für Insassen kommt jede Hilfe zu spät

Notfallseelsorger vor Ort - Verkehrschaos

Lauenau (nah). Mit dem gestrigen tödlichen Unfall auf der A 2 steigt die Zahl der Todesopfer auf dem Schaumburger Autobahnabschnitt auf vier. Am Neujahrstag war bereits eine Frau bei Bad Nenndorf ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr starben sieben Menschen.

Der Sattelzug hat die Mittelleitplanke durchbrochen.

Zum Unfallhergang auf der Autobahn 2 gestern Morgen wusste die Polizei bei Redaktionsschluss gestern Abend so viel sicher: Der Truck durchbrach die Leitplanke und kam quer auf der Gegenfahrbahn vor der etwa einen Meter hohen Betonmauer zum Stehen. Dabei erfasste er einen Volvo, dessen 31-jähriger Fahrer aus Bochum unter grauenvollen Umständen direkt beim Aufprall tödlich verletzt wurde. Der erst später identifizierte Fahrzeugtyp war nur noch ein Knäuel Blech. Sekunden später bohrten sich in den havarierten Lastzug der Skoda einer Schaumburgerin sowie ein in Nordrhein-Westfalen zugelassener Mercedes. Durch die Wucht des Aufpralls gerieten beide Fahrzeuge und auch der Lastzug in Brand. Gegen die sich rasch ausbreitenden Flammen konnten Ersthelfer nichts mehr ausrichten. Unter ihnen soll sich auch ein Hamburger Feuerwehrmann befunden haben. Zur Identität der wahrscheinlich schon beim Aufprall getöteten Insassen wollte die Polizei keine näheren Angaben machen. Zumindest im Fall der Schaumburgerin sollen die Angehörigen noch am gestrigen Abend benachrichtigt worden sein. Bei dem Mercedes handelte es sich um ein auf eine Firma zugelassenes Fahrzeug. An der Unfallstelle sah es aus wie auf einem Trümmerfeld. Kunststoffteile lagen über weite Flächen verstreut. Ein komplettes Rad war abgerissen. Aus einem der völlig deformierten Fahrzeuge hatte sich Papier verteilt. Feuerwehren aus Lauenau, Rodenberg und Bad Nenndorf löschten mit Schaum die brennenden Fahrzeuge. Jede Hilfe kam jedoch zu spät. Außer etlichen Rettungssanitätern und Notärzten war vorsorglich auch ein Notfallseelsorger an den Unfallort gerufen worden. Wegen des Unfalls bildeten sich auf der Autobahn lange Staus. In Richtung Hannover blieb die Autobahn mehr als acht Stunden voll gesperrt - auf der Gegenfahrbahn war für mehrere Stunden nur ein einspuriger Betrieb möglich. Mit Rundfunkdurchsagen wurden weiträumige Umleitungen bereits ab Bad Oeynhausen und Wunstorf angeboten. Trotzdem kam der Verkehr auf Bundes- und Landesstraßen im Raum Bad Nenndorf, Rodenberg und Lauenau zeitweilig fast zum Erliegen. Entnervte Autofahrer suchten sich teilweise über Nienstedt im Deister ihren Weg in Richtung Hannover. Andere irrten auf kleinen Verbindungen durch das Auetal, um den langen Staus zu entgehen.

Die ersten Feuerwehrleute, die am Einsatzort eintreffen, können
  • Die ersten Feuerwehrleute, die am Einsatzort eintreffen, können den in den Autos eingeschlossenen Verletzten nicht mehr helfen. Fotos: sim/nah/bab
Der umgeleitete Verkehr staut sich auf der B 65.
  • Der umgeleitete Verkehr staut sich auf der B 65.
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