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Claus Eppmann stellt das Medizinkonzept fürs künftige Klinikum vor

Notfallaufnahme mit wenig Wartezeit

Vehlen. Während die Ausschreibungen für Baugrube und Hochbau des künftigen Klinikums Schaumburg in der Feldmark bereits auf dem Weg sind (wir berichteten) feilt die Krankenhausprojektgesellschaft weiter an dem Medizinkonzept für das 436-Betten-Haus. Dessen Leistungen werden ab Mitte 2016 „65 Prozent aller Schaumburger nach einer Fahrtzeit von – nur – zehn bis 15 Minuten in Anspruch nehmen können; das war uns wichtig“, betont Geschäftsführer Claus Eppmann einen der Hauptgründe für die Wahl des Standortes Vehlen.

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Was die unter Federführung von Joachim Gotthardt im Hofcafé Gelldorf zusammengekommenen Wirtschaftsförderer über die Leistungsfähigkeit des künftigen Klinikums erfahren, lässt aufhorchen. Vor allem dieses: „Die Zentrale Notfallaufnahme, Visitenkarte eines jeden Krankenhauses, wird so organisiert werden, dass Patienten weit weniger Wartezeit als bisher einkalkulieren müssen“, verspricht Eppmann. Stundenlanges Herumsitzen soll es dann nicht mehr geben.

Allgemein gelte: Die differenzierte Aufstellung der Chirurgie, wie sie zum Beispiel von Bethel/Bückeburg bekannt ist, soll in Vehlen beibehalten werden; das gilt auch für den in Schaumburg vergleichsweise neu eröffneten Bereich Gefäßchirurgie. Eppmann: „Was kaum einer weiß, ist, dass Bückeburg vor zwei Jahren deutschlandweit eines der zehn Krankenhäuser gewesen ist, in denen die meisten spezialisierten Schultereingriffe erfolgten.“ Davon werde das neue Klinikum ebenso profitieren wie von den „längst legendären Leistungen“ der Bückeburger im Bereich der Plastischen, Ästhetischen und Handchirurgie.

Beibehalten werde aber auch die Spezialisierung bei der Inneren Medizin, Gastroenterologie und Gynäkologie, für die insbesondere der Standort Stadthagen mit seinem zertifizierten Brustzentrum bekannt ist – und die Neurologie, für die Rinteln noch dieses Jahr bekannt werden soll; die Kardiologie etwa locke selbst Patienten aus der Landehauptstadt nach Schaumburg. Eppmann: „In Vehlen wird es eine große Intensivstation mit 40 Betten geben; dazu gehört auch der Bereich der Schlaganfallversorgung, der neu nach Schaumburg kommen wird.“ Das hält der Geschäftsführer für eine „erhebliche Verbesserung“, denn: Rettungssanitäter berichteten immer wieder, dass Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern bislang noch oft aus dem Landkreis heraus nach Hessisch Oldendorf und Minden gebracht werden müssten. Liefen diese Standorte voll, dauere eine Erstversorgung sogar noch länger.

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  • Die Bagger stehen in Warteposition: Mitte Mai sollen sie die Grube fürs Klinikum ausheben; die Baufläche in der Feldmark ist plan und bereit. tw

Kommt hinzu: Zumindest ein Bereich im Klinikum soll (Stichwort: Familienmedizin) speziell auf Kinder ausgerichtet werden – ohne in Vehlen deswegen gleich eine eigene Kinderklinik anzugliedern. „Dabei“, so Eppmann „werden wir mit dem Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover zusammenarbeiten; das ist eine der renommiertesten Einrichtungen dieser Art in Europa.“

Schwerpunkt auf der anderen Seite soll die Geriatrie respektive Altersmedizin werden, welche multimorbide Patienten aus den Seniorenheimen abteilungsübergreifend betreut; Agaplesion als Krankenhausträger hat in diesem Bereich deutschlandweit die meisten Betten.

Was dagegen in der Feldmark nicht geplant ist, ist eine Zahnmedizinische Abteilung, wie Eppmann auf Nachfrage einräumt: „So etwas gehört an die ganz großen Zentren; da gibt es in Schaumburg nicht genug Patienten für.“

Derzeitiger Stand der Chefarztsuche/Chefarztbesetzungen:

Chefarzt Dr. Sören Schramm, Chefarzt für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie; standortübergreifender Einsatz im Rahmen des Brustzentrums. Schramm ist am Agaplesion ev. Krankenhaus Bückeburg seit dem 1. Januar 2014 aktiv.

Chefarzt Dr. Hubertus Finsterwalder, Facharzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin sowie Schmerztherapie; Aufbau der Fachabteilung Anästhesie und standortübergreifender Einsatz. Finsterwalder ist gleichfalls seit dem 1. Januar 2014 am Agaplesion ev. Krankenhaus Bückeburg. Spätestens am Standort Vehlen, so Eppmann, soll daraus eine Hauptabteilung werden.

Chefarzt Prof. Dr. med. Conny Georg Bürk, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie; standortübergreifender Einsatz im Kollegialsystem. Bürk ist seit dem 1. März 2014 am Kreiskrankenhaus Stadthagen beschäftigt.

Auch in Sachen Anbindung des Klinikums an die vier Mittelzentren Bückeburg, Stadthagen, Rinteln und Bad Nenndorf über diverse Buslinien gibt es derweil erste Überlegungen.

Bückeburg: Erschließung über die SVG-Linie 2004 Minden – Bückeburg – Stadthagen.

Stadthagen: Erschließung über die SVG-Linie 2004 Minden – Bückeburg – Stadthagen.

Rinteln: Erschließung über die SVG-Linie 2006 Rinteln – Bad Eilsen – Obernkirchen – Stadthagen in Kombination mit der Linie Bad Eilser Kleinbahn (Bad Eilsen– Bückeburg); Übergang zwischen den Linien an der Haltestelle Busbahnhof Bad Eilsen. Ebenfalls in Kombination mit der SVG-Linie 2026 (Obernkirchen – Bückeburg); Übergang zwischen den Linien an der Haltestelle Obernkirchen/Post.

Bad Nenndorf: „Ruhe Reisen“ Linie Bad Nenndorf – Stadthagen und SVG-Linie 2004 (Stadthagen – Bückeburg – Minden); Übergang zwischen den Linien an der Haltestelle Stadthagen/ZOB.

Was am Ende noch völlig offen ist, das ist der Name des künftigen Klinikums. „Ihn festzulegen, das“, so Eppmann, „bleibt den Gesellschaftern vorbehalten.“ tw



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