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Kinder basteln Nistkästen für Vögel und Fledermäuse / Landesweite Aktion gestartet / Gut für Image und Naturschutz

Norddeutsche Biolandwirte suchen fliegende Untermieter

Auetal/Hiddestorf (rnk). Durch das Dorf führt eine schmale Straße, schneller als 20 Stundenkilometer kann man gar nicht fahren. Der Hof Nummer 31 ist ein Bioland-Vorzeigebetrieb: aufgeräumt und gepflegt. Im eigenen Laden gibt es ätherische Öle zur Unterstützung beim Fasten, die Lämmer-Osterbraten können vorbestellt werden, in der offenen Scheune streicheln Kinder die künftigen Festtagsbraten.

Es ist die Auftaktveranstaltung für eine Aktion von Bioland: Auf 160 norddeutschen Biolandbetrieben werden Nisthilfe für Vögel und Fledermäuse aufgehängt. Und eigentlich sollte Albert Haake als Bioland-Landesvorstandsvorsitzender medienwirksam die Kästen aufhängen, doch er lässt sich kurzfristig entschuldigen. "In der Landwirtschaft kommt immer etwas da- zwischen", erklärt der Auetaler zwei Tage später auf dem Sofa auf Gut Oelbergen. Haake wäre gerne nach Hiddestorf gefahren, ganz klar, aber er weiß auch, dass an diesen Tage eher die Kleinen im Mittelpunkt stehen: Die Schulklasse 4c der Grundschule Pattensen baut im schönsten Sonnenschein Nistkästen für Kleiber, Meisen und Nischenbrüter. "Es ist ja nur ein Mosa- ikstein", erklärt Haake. Nur ein weiterer kleinerer Schritt, mit dem für die biologische Landwirtschaft geworben werden soll. Das sei auch nötig in Niedersachsen, denn bundesweit sei das Land glattes Schlusslicht: Nur zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche werden in Niedersachsen ökologisch bearbeitet, bundesweit sind es durchschnittlich vier Prozent Die Nistkasten-Aktion, findet Haake, passt zu Bioland, weil sie eine Chancen ist, die nächste oder übernächste Generation thematisch anzudocken. Soll heißen: Im Zeitalter der Computer wird es immer schwerer, Jugend für den Schutz der Natur zu interessieren, von einer zu weckenden Begeisterung ganz zu schweigen. Die Nistkastenaktion findet im Rahmen der Projektes "Bioland sucht fliegende Untermieter" von der Naturschutzberatung des KompetenzzentrumÖkologischer Landbau (KÖN) in Zusammenarbeit mit Bioland statt. Natürliche Bruthöhlen, so erklärt es Eva Meyerhoff von KÖN, seien ebenso rar geworden wie Niststätten für Fledermäuse. Selbst Arten wie der Gartenrotschwanz oder der Haussperling seien dadurch in ihrem Bestand stark zurückgegangen. Andererseits treffe es Fledermäuse, denen ihre natürlichen Nist- und Schlafplätze in Höhlen und Gebäuden fehlen. Darum bieten Biolandhöfe im Norden diesen "Untermie- tern" jetzt neue Niststätten - vom Spatzenreihenhaus, über Nischenbrüterkästen bis hin zu Fledermauskästen. "Denn Vögel und Fledermäuse sind auch natürlich Helfer im ökologischen Landbau, indem sie Schädlinge vertilgen", erklärt Albert Haake.




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