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Viel Lob für SPD-Bürgermeisterkandidat in den eigenen Reihen / Skepsis bei Grünen und ProBürger

Nominierung Büttners löst geteiltes Echo aus

Bad Münder (mf). Hartmut Büttner, 45 Jahre, zweifacher Vater, seit 28 Jahren in der Verwaltung, Gewerkschafter und natürlich Parteimitglied: Anfang der Woche hat der SPD-Stadtverbandsvorstand seinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl präsentiert. Die Reaktionen – sie fallen sehr unterschiedlich aus.

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„Nach meinem ersten Eindruck eine gute Wahl“, urteilt die neue SPD-Fraktionschefin Anja Völksen und verrät lachend: „Ich hatte mir auch einen männlichen Bewerber gewünscht.“ Büttner bringe Verwaltungserfahrung mit, sei andererseits aber auch noch so jung, dass er durchaus mehr als nur eine Wahlperiode im Rathaus regieren könne.

Lob gibt es auch von Ratsherr Detlef Olejniczak, der Büttner aus fünf gemeinsamen Jahren in der Kreistagsfraktion in guter Erinnerung hat. „Das ist jemand, der Entscheidungen in Ruhe abwägt und überlegt, bevor er etwas sagt“, weiß Olejniczak, räumt aber ein, dass er Büttner nicht auf der Liste hatte. „Trotzdem bin ich zufrieden, er passt gut ins Gefüge der Stadt“, ist der Flegessener überzeugt.

Auch Kreistagsmitglied Swen Fischer, der selbst als Anwärter auf den Kandidatenjob galt, äußert sich positiv über den Parteifreund. Beide kennen sich schon seit gemeinsamen Juso-Zeiten. „Hartmut Büttner ist ein sehr integrer Mensch und gegenüber Frau Nieber fachlich sicher eine Verbesserung.“

Auch Büttners Noch-Vorgesetzter, Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger (SPD), findet nur positive Worte. „Als Verwaltungschef würde ich es bedauern, wenn er ginge. Als Mensch freue ich mich sehr für ihn.“ Er habe Büttner in den vergangenen drei Jahren als „sehr energiegeladenen Menschen kennengelernt, der gestalten will und anpacken kann“.

Auch in anderen Nachbargemeinden wird die Entwicklung in Bad Münder aufmerksam verfolgt. „Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass SPD-Bewerber dort immer sehr gute Chancen hatten“, analysiert Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische (parteilos). Büttners Kandidatur sei deshalb sehr aussichtsreich, zumal er gutes Rüstzeug mitbringe. Die CDU werde es schwer haben, prophezeit Hische, „selbst wenn sie Christian Wulff aufstellen würde“.

Doch es gibt auch kritische Stimmen zu Büttners Nominierung: ProBürger-Chef Helmuth Mönkeberg hätte sich lieber einen „Politiker mit Visionen“ gewünscht. „Vernünftige Verwaltungsleute, die einen guten Job machen, haben wir ja schon.“ Gleichwohl wolle er Büttner erst kennenlernen, um sich ein abschließendes Urteil zu bilden. Ein Gutes habe dessen Nominierung, glaubt Mönkeberg: „Die CDU ist jetzt unter Zugzwang und muss endlich auch ihre Personalentscheidung treffen.“

„Es gäbe glücklichere Lösungen“, ist Grünen-Ratsherr Hubertus Wöllenstein überzeugt. Er sei etwas enttäuscht, weil er sich einen Kandidaten mit einem anderen Profil gewünscht hätte. „Jemanden, der perspektivisch denkt und handelt.“ Die von der SPD gepriesene Verwaltungserfahrung sei doch eine Grundvoraussetzung. Aber auch Wöllenstein will seine Unterstützung von persönlichen Gesprächen abhängig machen. „Wir müssen auch abwarten, wen die CDU aufbietet.“

Die ringt derzeit noch immer mit sich. Dafür teilt CDU-Ortsverbandschef Gert Hahne mit Blick auf die SPD schon mal kräftig aus: Die müsse sich ihre Kandidaten von weit außerhalb suchen, „nachdem Frau Nieber konsequent alle guten Leute weggebissen hat“. Bad Münder brauche jetzt einen „Kenner der hiesigen Verhältnisse“.



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