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Mittelständische Transportunternehmen in Schaumburg leiden unter den Dieselpreisen

"Noch zeigen die Kunden Verständnis..."

Landkreis (jcp). Sprunghaft ist der Preis für Dieselkraftstoff in den vergangenen Monaten gestiegen - und er klettert weiter. Wie wirkt sich das auf die Branche aus, wollten wir von heimischen Spediteuren wissen. Ergebnis: Schaumburger Spediteure sehen den Druck auf ihre Branche ins Unerträgliche steigen.

Vor einigen Tagen hat die Vorsitzende des Bundesverbandes der Transportunternehmen, Dagmar Wäscher, beklagt, aufgrund der sprunghaft ansteigenden Kraftstoffpreispreise könnten in der Speditionsbranche bundesweit etwa 20 000 Jobs verlorengehen - als Folge einer befürchteten Pleitewelle kleiner und mittelständischer Unternehmen. "Noch zeigen die meisten Kunden Verständnis, wenn wir die hohen Kraftstoffpreise in der Abrechnung an sie weitergeben", sagte Jutta Reinhardt, Geschäftsführerin der Wallenhorst Ferdinand Transport GmbH in Bückeburg. "Langfristig denke ich aber, dass Transport-Unternehmen unserer Dimensionen froh sein müssen, wenn sie ihre derzeitige Größe halten können. An Expansion wagt kaum noch einer zu denken", führte Reinhardt aus. "Der Börsenhandel mit Rohstoffen sollte verboten werden", denkt Susanne Knapp, Geschäftsführerin der Kording GmbH in Hespe. "Wir setzen auf kurze, überschaubare Verträge, um schnell auf steigende Dieselpreise reagieren zu können." Und die Stadthäger Transport-Unternehmerin Anna Bruns rechnet vor: "Ein Fahrzeug, das die Bruns GmbH im vergangenen Jahr 1157 Euro pro Monat gekostet hat, wird bei der derzeitigen Preisentwicklung wohl noch in 2008 bei 1400 Euro liegen." Die Differenz mal zwölf Monate, das Ergebnis mit 36 Fahrzeugen multipliziert - das seien "die Ausmaße der finanziellen Mehrbelastung", mit der sich Transportunternehmer konfrontiert sähen. Als einen "ungeheuren Quatsch" empfindet Bruns zudem dieÄußerungen von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Unternehmer sollten statt auf Benzin oder Diesel auf alternative Energien setzen. "Dass Bio- und Rapsöl oder sonstige Alternativen in einem Umfang genutzt werden können, wie es für den Güterverkehr angemessen ist, wird meine Generationdoch gar nicht mehr erleben", ärgert sich Bruns. "Wie soll sich ein Mittelständler die Umrüstung seines Fuhrparks auf mit Rapsöl fahrende Motoren leisten können?" bestätigt auch Thomas Kiene, Geschäftsführer der Kuhlmann GmbH. "Im Moment können wir unseren Kunden nur mit einer für die Rechnung separat aufgeführten Dieselpauschale möglichst klar mitteilen, dass wir nicht schuld an den höheren Kosten sind." Ein Spediteur aus dem westlichen Schaumburger Land formulierte dieÄngste der Branche konkret: "Die Verkleinerung des Fuhrparks ist durchaus eine Maßnahme im Kampf gegen zu hohe Kraftstoffpreise. Und für weniger Fahrzeuge werden auch weniger Fahrer gebraucht."




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