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Claus Eppmann, „der Macher“ beim Klinikumsneubau, verlässt Agaplesion

Noch einer geht

Landkreis. Paukenschlag am gestrigen Spätnachmittag: Claus Eppmann, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg (KPG) und des „Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Bethel Bückeburg“ sowie Eigenbetriebsleiter der Kreiskrankenhäuser Stadthagen und Rinteln, scheidet zum 30. September aus dem Agaplesion-Konzern aus. „Das Arbeitsverhältnis wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst“, heißt es in einer KPG-Pressemitteilung von 17 Uhr. Über einen „Ersatzmann“ für den scheidenden Chef verlautet in dem Schreiben nichts.

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Die beiden Mit-Geschäftsführerinnen Diana Fortmann und Bettina Geißler-Nielsen verbleiben allerdings im Boot. Kommt hinzu: Zum 1. Oktober soll Dr. med. Achim Rogge das bis dato dreiköpfige Führungs-Team der KPG verstärken; er soll als Sprecher aktiv werden. Der 49-Jährige soll „gemeinsam mit dem bestehenden Geschäftsführungs-Team die drei Kliniken in Bückeburg, Rinteln und Stadthagen zusammenführen und den Klinikneubau voranbringen“, hieß es bereits Anfang Mai von Agaplesion.

Eppmann selbst war bisher schwerpunktmäßig für die Neubaukonzeption und -planung des „Gesamtklinikums Schaumburger Land“ verantwortlich. „Unter seiner Leitung hat das Projekt inzwischen Fahrt aufgenommen“, lobt die KPG ausdrücklich.

Nach dem erst am 23. Juli erfolgten Spatenstich in der Vehlener Feldmark würden momentan die Baugrube ausgehoben und die Rohbauarbeiten, „die Anfang September beginnen werden“, vorbereitet. Dass es im Zuge des Weggangs von Eppmann – erneut – Verzögerungen im Zeitplan geben könnte, sagt das Schreiben nicht. Im Gegenteil: Es suggeriert Kontinuität. Denn in den Bürgerversammlungen in Ahnsen und Vehlen hatte Eppmann selbst als Beginn des Rohbaus immer einen Termin um den „8. September“ genannt.

Die KPG ist sichtlich bemüht, nicht den Eindruck zu erwecken, dass mit dem Abgang des Geschäftsführers das Klinikum kippen könnte: „Welch hohe Bedeutung das Land Niedersachsen dem Projekt beimisst, zeigt die Tatsache, dass ein Förderbetrag in Höhe von 95 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurde. Während in anderen Regionen Niedersachsens derzeit vom Sozialministerium noch Strukturgespräche zur Sicherstellung und Entwicklung der stationär-medizinischen Versorgung geführt werden, geht Schaumburg bereits in die Umsetzung“, so das Schreiben.

Eppmann habe an der noch laufenden Zusammenführung der drei Krankenhäuser sowie einer Vielzahl von strategischen und organisatorischen Veränderungen in den drei Einrichtungen mitgewirkt, um damit die wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen für den Betrieb im Neubau zu schaffen.

Die Pressemitteilung schließt wie beim Beenden eines Arbeitsverhältnisses allgemein üblich: „Der Vorstand der Agaplesion dankt Herrn Eppmann für sein großes Engagement, insbesondere für seinen Einsatz für den Neubau des ,Gesamtklinikums Schaumburger Land‘ und wünscht ihm beruflich wie privat weiterhin viel Erfolg, alles Gute und Gottes Segen.“ Auf Anfrage der Redaktion wollte sich Eppmann zu den Gründen seines Ausscheidens gestern nicht weiter äußern.

„Herr Eppmann hat ab 2008 das Projekt Gesamtklinikum Schaumburger Land maßgeblich vorangetrieben und steht sicherlich für die Idee der Zusammenführung der drei kleinen Häuser der Regelversorgung zu einem Haus der Schwerpunktversorgung. Dafür gebührt ihm unser Dank“, heißt es derweil von Landrat Jörg Farr, der noch hinzufügt: „Nachdem der Bau nunmehr Fahrt aufgenommen hat und künftig eher in der Hand von Architekten und Bauleitern liegt, verschieben sich die Schwerpunkte. Da müssen wir akzeptieren, dass sich Herr Eppmann und Agaplesion in gegenseitigem Einvernehmen trennen und neue Akzente gesetzt werden.“ Die medizinische Entwicklung sei dabei ein wesentlicher Faktor. Auch wenn in den letzten Monaten durch die Einstellung von drei Chefärzten wichtige Leitungsfunktionen besetzt worden seien, spreche „die Qualifikation von Herrn Dr. Rogge für eine gute Ergänzung des Geschäftsführer-Teams“.

Eppmann ist indes nicht der Erste, der geht: Ebenso unerwartet hatte zuvor bereits Ralph Freiherr von Follenius, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft Schaumburg und des Krankenhauses Bethel in Bückeburg sowie Eigenbetriebsleiter der Kreiskrankenhäuser Stadthagen und Rinteln, zum 31. Dezember 2013 seinen Job aufgeben (wir berichteten). Unter Follenius, der als harter Sanierer galt, waren an den drei Krankenhaus-Standorten zahlreiche organisatorische und strategische Veränderungen eingeleitet worden, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und um für den Betrieb im Neubau des Klinikums gerüstet zu sein.

Unklar blieben auch die Gründe, warum Follenius seine Arbeit beendete. Erst im Frühjahr 2012, als sich die Projekt-Federführung durch den Gesundheitskonzern Agaplesion abzeichnete, war von Follenius von der „Diakoniefördergesellschaft“, die Agaplesion gehört, nach Schaumburg gekommen, um die drei Kliniken im Schaumburger Land samt der defizitären Krankenhäuser in Rinteln und Stadthagen mit Blick auf den Neubau auf Kurs zu bringen.

Da hat er den Schlüssel noch in der Hand: Claus Eppmann am Tag des symbolischen „ersten Spatenstichs“ auf der Baustelle des neuen Klinikums Schaumburg in der Vehlener Feldmark.tw



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