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Den Leaf gibt es bereits seit 2009

Nissans Serien-Stromer

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Autor:

Robert Drewe

Er ist vielleicht nicht der Schönste, aber der Beweis, dass Elektrofahrzeuge nicht unkomfortabel sein müssen. Der Nissan Leaf wird seit 2009 als Großserien-Elektroauto gebaut, und in der zweiten Generation zeigt er sich als ein geräumiges, solides und erschwingliches Stadtauto – bei normaler Fahrt mit einer Reichweite von 199 Kilometern.

Mit seinem fließenden Design (4,45 Meter Länge), der tief abfallenden Haube und den glubschigen Scheinwerfern trifft der Leaf den europäischen Geschmack nicht vollends. Überzeugend sind aber seine inneren Werte, und im Vergleich mit den Elektro-Zwergen wie Smart ED oder Peugeot iOn ist er ein vollwertiger Fünfsitzer mit einem variablen (370 bis 720 Liter) Kofferraum. Sein leicht futuristisch wirkendes Interieur und sein in blau gehaltenes Cockpit ganz ohne Rundinstrumente passen gut zur gesamten Erscheinung des Leaf. Neben der Reichweiten- und der Temperaturanzeige der Batterie befindet sich ein Powermeter im 7-Zoll-Multimedia-System-Touchscreen-Display, das nach rechts oder links ausschlägt, je nachdem, ob und wie viel Gas man gibt. Eine schöne Spielerei, die zudem auch anzeigt, ob gerade Bremsenergie zurückgewonnen wird.

Wer den weltweit 85 000 Mal verkauften Nissan Leaf für langweilig hält, wird bei jedem Ampelstart eines besseren belehrt. Das maximale Drehmoment von 254 Newtonmetern ist sofort präsent und die 80 kW/109 PS lassen fast jeden Nebenmann erst einmal stehen. Das Fahren mit dem Leaf bereitet Freude, und nur das leise Summen des E-Motors und die Windgeräusche (bei einem cw-Wert von 0,28) verraten die Art der Fortbewegung. Der Leaf erreicht damit eine maximale Geschwindigkeit von 144 km/h bei einem Verbrauch von 15 kwh/100km und einem CO2-Ausstoß von 0g/km – natürlich nur bei Strom aus regenerativen Energien.

Eine Lithium-Ionen-Batterie gewährleistet das Fortkommen, die durch drei Lademöglichkeiten (Schukosteckdose circa 12 Stunden, Meneckenstecker 6-8 Stunden und über eine Schnellladestation 30 Minuten – für 80% Ladekapazität) mit dem an Bord vorhandenen Adapterkabel geladen werden kann. Nissan geht davon aus, dass durch die jetzt stärker werdende Präsenz deutscher Elektro-Autos (VW, BMW, Opel etc.), sich die Infrastruktur für Schnellladestationen verbessern wird.

Noch fährt man nicht ganz so entspannt wie in jedem anderen Auto. Die Sorge ums Tanken, auch wenn das Navi dabei behilflich ist, hinterlässt immer einen unruhigen Blick auf die Reichweite. Die nahe Zukunft wird es zeigen, ob man an mehr Parkplätzen mit Ladesäulen oder speziellen Handy-Apps sowie Verträgen bei unterschiedlichen Stromanbietern, den Leaf flächendeckender wieder aufladen kann. Auf jeden Fall bereitet das Fahren mit dem Leaf in Städten viel Spaß, der ab 23 790 Euro (ohne Batterie, Batterieleasing ab 79 Euro/Monat, oder ab 29 690 Euro inklusive Batterie) zu haben ist. Als Schmankerl bietet Nissan beim Neukauf eines Leaf in den ersten drei Jahren pro Jahr 14 Tage einen Nissan Benziner/Diesel-Leihwagen kostenlos für Urlaubsfahrten an.

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