×
Vor Gericht: Geldstrafe für streitlustigen Buchholzer / Ohne Erlaubnis gefahren / Etliche Verbalinjurien

Niederlage? Ja. - Kapitulation? Niemals !

Heeßen/Bückeburg (ly). Auf seinem Feldzug gegen Polizei und Justiz hat ein Buchholzer eine weitere Niederlage erlitten. Wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilte das Amtsgericht Bückeburg den 54-Jährigen jetzt zu einem Monatseinkommen Geldstrafe. Hinzu kommt ein Jahr Führerscheinsperre. Und auch die Prozesskosten soll der Angeklagte tragen. Kapitulieren mag er dennoch nicht.

"Ich gehe davon aus, dass das hier und heute noch nicht endet", hatte der Eilser bereits vor der Entscheidung erklärt. Sieht also ganz danach aus, als käme es demnächst zu einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht. Es wäre nicht das erste Mal, dass dieser Angeklagte Urteile anfechtet. Nachdem er im April 2000 beim Heeßer Osterfeuer mit 1,9 Promille Alkohol im Blut Trecker gefahren und erwischt wordenwar, hatte dies eine Reihe von Verfahren durch mehrere Instanzen zur Folge gehabt (wir berichteten). Diesmal ging es um eine Fahrt auf dem Heeßer Aueweg, ohne Alkohol zwar, dafür auch ohne Führerschein. Zwei Polizisten wollen den Buchholzer kurz vor Weihnachten dabei beobachtet haben. Der 54-Jährige beharrt darauf, im stehenden Auto gesessen zu haben. Die Vorwürfe seien "erstunken und erlogen". Am dritten und letzten Prozesstag flogen jetzt noch einmal die Fetzen. Kleine Kostprobe? "Sie lügen schneller, als ein Pferd laufen kann", fuhr der Angeklagte, der sich selbst verteidigte, einen der Ordnungshüter während dessen Vernehmung an. "Wenn sie ein drittes Mal ohne Führerschein erwischt werden, kommen sie in den Knast", erklärte Staatsanwalt Dieter Liese dem Eilser später im Plädoyer und fügte hinzu: "Dann können ihre ehemaligen Kollegen sie wegschließen." Hintergrund: Der Buchholzer war Justizvollzugsbeamter, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedete. "Von ihnen lasse ich mir nichts sagen", konterte er den Angriff Lieses. "Wir leben hier nämlich nicht zu Zeiten der Gestasipo." Den beiden Polizisten wirft der 54-Jährige Schlamperei vor. Er unterstellt ihnen sogar, die Geschichte konstruiert zu haben, schließlich seien die Ordnungshüter "zu zweit und ich alleine" gewesen. "Dass noch eine Rechnung offen war und die Beamten dem Angeklagten eins auswischen wollten, glaube ich nicht", so Richter Böhm. "Und ich glaube auch nicht an eine optische Täuschung. Man sieht, ob sich ein Fahrzeug bewegt." Dass der Angeklagte an jenem Dezember-Tag beim Holz holen nachÜberzeugung des Gerichts lediglich einige Meter auf einer abgelegenen Allee gefahren war, drückt sich auch im relativ moderaten Urteil aus. Richter Böhm beließ es bei 30 Tagessätzen, umgerechnet 690 Euro. Staatsanwalt Liese hatte 60 Sätze gefordert.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt