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Arbeiten auf Probe – so meistern Mitarbeiter die ersten Monate im neuen Job

Nichts überstürzen!

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Haben Mitarbeiter den Arbeitsvertrag unterschrieben, ist die Freude häufig groß. Doch Vorsicht: Nun müssen sich die meisten erneut bewähren – und zwar in der Probezeit. Die ersten Monate zu überstehen, ist gar nicht so leicht. Jeder Dritte verliert in dieser Zeit seinen Job wieder, schätzt Dierk Rommel aus Hamburg. Diese Tipps gilt es zu beachten:

Zurückhaltung: In der Probezeit will jeder gerne zeigen, was er kann. Doch wer es übertreibt, macht sich leicht unbeliebt, warnt Karriereberaterin und Autorin Christina Tabernig aus Tutzing am Starnberger See: „Besserwisser kann niemand leiden, und wer ständig 150 Prozent gibt, lässt die Kollegen schlecht aussehen.“ Zurückhalten sollten sich Neue bei Flurfunk und Tratsch: „Das kann schnell die Runde machen und landet bestimmt beim Falschen.“ Expertentipp: Mitarbeiter sollten in den ersten Monaten auf persönliche Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge verzichten. „Ich würde erst einmal möglichst viel über die Hintergründe und Zusammenhänge in Erfahrung bringen, bevor ich mir eine Meinung bilde“, rät Karriereberater und Probezeit-Coach Kurt Schaffner. Außerdem werde von neuen Kollegen nicht erwartet, dass sie gleich zu allem eine Meinung haben oder neue Leistungsmaßstäbe setzen. „Da sollte man vorsichtig sein und nicht unnötig an seine Grenzen gehen.“

Prioritäten setzen: Was im Vorstellungsgespräch besprochen wurde, ist eine Sache. Eine andere ist, was Vorgesetzte und Kollegen in der Praxis erwarten. „Da tauchen oft ganz andere Aufgaben und Prioritäten auf“, erklärt Schaffner aus Wuppertal. Wer diese Erwartungen nicht kennt, setzt falsche Schwerpunkte und gerät mit wichtigen Aufgaben in Rückstand. „Das kann schnell zum Aus führen“, warnt Schaffner. Expertentipp: Wer als Sachbearbeiter neu anfängt, darf zwar mit einem Einarbeitungsplan rechnen, doch das klappt nicht immer. Von Führungskräften wird erwartet, dass sie ihre Einarbeitung selbst managen. Schaffner rät unabhängig von der Position zu einem klärenden Gespräch mit dem Vorgesetzten: „Fragen Sie frühzeitig, was von Ihnen fachlich und persönlich erwartet wird, und was Priorität hat.“

Image aufbauen: Nicht unterschätzen dürfen Mitarbeiter das Image, das sie von sich während der Probezeit aufbauen. Viele Menschen orientieren sich in Kleidung, Sprache und Benehmen an ihren Kollegen und vergessen dabei die Sicht des Vorgesetzten, erzählt Tabernig. „Wenn der Bewerber zum Vorstellungsgespräch im Anzug erscheint und dann in der Probezeit ständig in Jeans und Shirt herumläuft, fragt sich der Vorgesetzte schon, ob er da wirklich eine Führungskraft eingestellt hat.“ Expertentipp: Anfänger sollten sich klarmachen, für welche Position sie eingestellt wurden und was ihre eigenen Ziele sind. „Wer Karriere machen will, muss sich von Anfang an entsprechend kleiden, sonst kommt es nie dazu“, sagt Tabernig. Wer sich zwischen Team und Zielen nicht entscheiden kann, sollte zumindest Sakko, Hemd, Krawatte und gute Schuhe im Büroschrank griffbereit haben.

Fehler nicht aussitzen: Ob ein Fehler in der Probezeit wirklich das Aus bedeutet, hängt auch vom Mitarbeiter ab, beobachtet Rommel. Riskant ist es, Fehler unter den Teppich zu kehren. „Wenn der Vorgesetzte erst von anderen dadurch erfährt, wäre das fatal.“ Wer dann anderen die Schuld gibt oder mit Unwissenheit argumentiert, macht es nur noch schlimmer. „Das zeugt von mangelhafter Selbstreflexion und ist ein K.o.-Kriterium in der Probezeit.“ Expertentipp: Wer einen Fehler macht, sollte dazu stehen und den eigenen Anteil nicht unterschlagen, rät Rommel. „Entscheidend ist es, den Vorgesetzten schnell zu informieren und möglichst gleich einen Lösungsvorschlag mitzuliefern.“

„Sie sind also der Neue!“: In der Probezeit stehen Mitarbeiter unter Dauerbeobachtung. Auch wenn sie gerne sofort zeigen wollen, was sie können: Zurückhaltung kommt besser an.

dpa/ Wüstenhagen



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