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Vortrag über erfolgreiches Dekorieren von Schaufenstern / Geschäftsfrau: „Wir sind ja alle keine Anfänger“

Nicht wahllos vollstopfen

Rinteln. Tote Fliegen im Schaufenster, verdreckte Scheiben und Staub zwischen den ausgestellten Waren, „das geht gar nicht“, erklärte die Bonner Designerin Andrea Heppe in einem Vortrag für Schaumburger Einzelhändler zum Thema „Schaufenster als Visitenkarte“. Die Fachfrau berät Geschäftsleute rund um das Thema „Visual Merchandising“ und sollte im Prinzenhof im Rahmen der Aktion „Kauf hier“ gute Tipps geben, wie man speziell die Wirkung von Schaufenstern optimieren kann.

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Rinteln. Tote Fliegen im Schaufenster, verdreckte Scheiben und Staub zwischen den ausgestellten Waren, „das geht gar nicht“, erklärte die Bonner Designerin Andrea Heppe in einem Vortrag für Schaumburger Einzelhändler zum Thema „Schaufenster als Visitenkarte“. Die Fachfrau berät Geschäftsleute rund um das Thema „Visual Merchandising“ und sollte im Prinzenhof im Rahmen der Aktion „Kauf hier“ gute Tipps geben, wie man speziell die Wirkung von Schaufenstern optimieren kann.

Wer offenen Auges durch Rinteln flaniert, wird wissen, dass die hiesigen Geschäftsleute erfahren darin sind, ihre Schaufenster auf ansprechende Weise zu dekorieren. Was Designerin Heppe zu sagen hatte, war ihnen nicht neu.

Dass man seine Produkte nicht am unteren Rand des Schaufensters platziert, sondern auf Augenhöhe der Passanten; dass man es nicht wahllos vollstopft, sondern eine geschickte Auswahl einzelner Objekte trifft, die möglichst thematisch aufeinander abgestimmt sind; dass man Materialien aus der Natur oder Fundstücke vom Flohmarkt in seine Dekoration einbeziehen kann und insgesamt dafür sorgen sollte, die Aufmerksamkeit der Passanten durch individuelle Gestaltungsideen auf das eigene Angebot zu ziehen. „Weniger ist mehr“, meinte sie und zeigte Fotobeispiele wie etwa von einer Bonner Apotheke, die mit sechs alten Schuhen Werbung für Fußpilz-Creme macht.

2 Bilder
Referentin Andrea Heppe sieht sich in Rintelns Altstadt um.

Die richtige Ausleuchtung der Schaufenster-Inszenierung spiele eine Rolle, dazu die Frage, ob man durch das Schaufenster hindurch einen einladenden Blick ins Geschäft erhält. Sinnvoll sei es, die Dekoration alle zwei bis drei Wochen zu erneuern, dabei möglichst so, dass die Kunden nichts von den Umbauarbeiten mitbekommen. Veranstaltungsplakate direkt auf die Scheiben zu kleben oder Zettel mit Aufschriften wie „Bitte keine Fahrräder anlehnen“, das sei da eher kontraproduktiv. „Es gehört Selbstbewusstsein dazu, ein Schaufenster kreativ zu gestalten“, so Heppe. „Das Schaufenster – das sind ja Sie!“

Ihr Powerpoint-Vortrag enthielt eine Reihe durchaus interessanter Gestaltungsbeispiele: ein Tannenbaum, der aus Winterstiefeln besteht; die Werbung für ein Männer-Deo, bei der nicht das Produkt selbst, sondern ein Rennrad im Mittelpunkt steht; ein Kaufhausfenster, dessen Inneres durch sich abwechselnde Regenbogenfarben erleuchtet wird. Was allerdings nicht zu übersehen war: Viele ihrer spezielleren Tipps und Anregungen, die sie aus Bonn und anderen Großstädten mitbrachte, würden sich nicht ohne Weiteres auf die Geschäfte einer Kleinstadt übertragen lassen.

„Ich kann im Schaufenster unmöglich nur eine kleine Auswahl meines Angebotes zeigen, dazu ist es insgesamt zu breit gefächert“, meinte später die Inhaberin eines Schreibwarengeschäftes. „Und ich habe auch keine Zeit, alle drei Wochen umzudekorieren.“ Eine andere Geschäftsfrau hätte sich gewünscht, die Vortragende wäre zuvor einmal durch die Rintelner Innenstadt gegangen, um auf Schaufenster vor Ort Bezug nehmen zu können. „Wir alle sind ja keine Anfänger im Dekorieren“, sagte sie. Die vielen individuellen, eher kleineren Läden brauchten andere Konzepte als Kaufhäuser, Apotheken oder große Filialen.cok

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