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Vollversammlung der Vereine beschließt: Arbeitsgruppe soll "Runden Tisch Sport" organisieren

Nicht mehr 11 gegen 11, sondern 9 gegen 9

Rinteln (wm). Jetzt gibt es ihn, den Runden Tisch für den Sport, 2006 von der WGS beantragt, vor den Sommerferien dann vom Rat beschlossen. Genauer gesagt, es gibt eine Arbeitsgruppe, die festlegen soll, wie der Runde Tisch arbeiten soll. So beschlossen am Mittwochnachmittag von Vertretern fast aller Rintelner Sportvereine im Hotel "Stadt Kassel".Zu dieser "Vollversammlung" hatten Verwaltung und Rat eingeladen, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz moderierte.

Der Arbeitsgruppe gehören an: Karl-Heinz Frühmark (VTR), Frank Mathias Exner (SV Todenmann), Peter Specht (Kanuclub), Jörg Bressem (Reitverein), Lutz Graske (Tennisverein Rot Weiß Rinteln), Petra Geller (DLRG) und Uwe Melzer (SC Schwalbe Möllenbeck). Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen wieder in einer Vollversammlung den Vertreter aller Rintelner Sportvereine vorgestellt werden. Hans-Georg Dlugosch, bei der Verwaltung zuständig für den Sport, hofft, dass am Ende ein Gremium entsteht, in dem die Vereine miteinander kommunizieren - nicht wie bisher auf dem Umweg über Politik und Verwaltung. Für Buchholz wie Frühmark als Chef des größten Sportvereins in der Stadt mit dem breitesten Angebot wäre es die Aufgabe des Sportforums, aufzuzeigen, wie in Rinteln der Sport strukturiert werden kann und wo es Kooperationsmöglichkeiten gibt. Geklärt werden müsse auch, wie weit man dieses Gremium institutionalisieren soll. Auch für Klaus Peters vom SC ist klar: "Kooperation ist ein Riesenthema." Weitere Stichwörter lieferte Dieter Fischer, Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB): Bisher sei es oft dem Zufall überlassen, welche Sportarten ein Verein anbietet. In der Regel laufe es so: Da gebe es jemand im Verein, der bereit ist, eine Übungsleiterrolle zu übernehmen, und dann suche man die Teilnehmer für das Angebot. Die Probleme der Vereine, so Fischer, seien im ganzen Landkreis ähnlich: Die Fluktuation sei groß, nach den Schülern komme der große "Durchhänger". Erst ab 30 würden die Leute wieder den Sport entdecken. Der Sport werde "älter, weiblicher und internationaler", im Alter seien mehr Frauen als Männer sportlich noch aktiv. Und Frauen drängten in Männersparten. Beispiel Boxen. Die Sporttrends seien schnelllebig, und für viele moderne Sportarten würden weder Sportplatz noch Halle gebraucht wie beim Inline-Skating, Mountainbiking, Wandern, Nordic-Walking, Reiten oder Radfahren. Das bedeute in der Konsequenz, so Fischer, die Zeit der großen Dreifachhallen sei vorbei, die Sanierung von Sportstätten dringender als Neubauen. Und man sollte über alternative Lösungen wie Mulitfunktionsräume nachdenken. Der KSB werde künftig bei seiner Mittelverteilung genau prüfen, ob die gewünschte Investition auch "nachhaltig" ist. 10 000 Euro für eine zehnköpfige Sportgruppe 79-jähriger Herren werde es künftig nicht mehr geben. Fischer forderte die Vereine auf,über Kooperation nachzudenken. Nicht jeder müsse eine Wandergruppe anbieten, nicht jeder für eine bestimmte Sportart teure Ausrüstung anschaffen. Fischer kündigte auch für den Fußball Umbrüche an: Statt elf gegen elf in Jugendmannschaften würden dann neun gegen neun oder fünf gegen fünf spielen. "Und wie viele Altherren gibt es, die gleichzeitig noch in der zweiten Mannschaft antreten..."

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