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Unterschriftenliste gegen Dimensionen des Seetor-Pflegeheims / Rinne will Denkmalpflege einschalten

"Nicht in dieser Höhe": 554 Rintelner protestieren

Rinteln (wm). Günther Biallas und Antje Rinne von der Interessengemeinschaft gegen die Dimensionen des Pflegeheim-Neubaus am Josua-Stegmann-Wall haben am Mittwochnachmittag Jörg Schröder, Erster Stadtrat im Rathaus, eine Unterschriftenliste übergeben: 554 Rintelner Bürger haben sich bei den Aktionen auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone mit ihrer Unterschrift gegen den Pflegeheim-Neubau in dieser Höhe ausgesprochen, außerdem 189 Besucher und Touristen. Zahlen, die Schröder relativierte: Würde man Unterschriftenlisten für eine Beseitigung dieser Gewerbebrache, dieses Schandflecks am Eingang der Fußgängerzone auslegen, ließen sich vermutlich noch mehr Unterschriften sammeln.

Projektentwickler Walter Greve von der Hamelner "Kontur Bau Vision GmbH" wirft der Interessengemeinschaft vor, mit falschen Höhenmaßen auf ihrem Flugblatt zu operieren. Hier seien die Dimensionen des Baus optisch aufgeblasen worden. Für Rechtsanwalt und Notar Wilhelm-August Dehne, unmittelbarer Nachbar des Heims, sind die nach Verhandlungen reduzierten Maße des Hauses trotzdem "ein schmerzhafter Kompromiss" - das Haus aber immer noch besser als das, "was vorher war: Dieses Ding musste weg". Dehne erinnerte, dass es viele Versuche gegeben hatte, die Brache zu erwerben und neu zu bebauen. Alle Projekte seien damals an den Preisvorstellungen (von 1,5 Millionen, später 1,2 Millionen Euro war die Rede) und an der harten Haltung des Grundeigentümers gescheitert. Man habe damals in einer Grundstücksgemeinschaft allein 14 000 Euro in Planungen investiert. Auch Sparkasse und Volksbank hätten sich bekanntlich daran "die Zähne ausgebissen". Dehne erläuterte, man habe in Verhandlungen jetzt zumindest erreicht, dass das Dach des Pflegeheims abgestuft wird, eine Zufahrt für Anlieferer wegfällt, ein Sichtschutz gebaut und die Anlage begrünt wird. Auch er halte das Pflegeheim nachwie vor für zu hoch, Stadthaus oder Kirche könne man nicht als Maßstab nehmen. Er habe kurzfristig auch über eine Klage nachgedacht, aber dann die Idee wegen zu geringer Erfolgsaussichten verworfen. Der zweite direkte Anlieger, Jörg Brand, hielt sich gestern auf Anfrage bedeckt: Die Frage der Einfahrt sei noch nicht geklärt - hier habe es Gespräche, aber noch keine Einigung gegeben. Nach dem derzeitigen Stand bleibt der Interessengemeinschaft nur ein politischer Appell. Trotzdem will sie nicht aufgeben: Günther Biallas hat jetzt einen Brief an das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit geschrieben mit Bitte um eine bauaufsichtliche Prüfung und Aufhebung der Genehmigung für den Neubau. Biallas hofft, durch den Hinweis auf den überbauten Anteil der Fläche einen rechtlichen Ansatz gefunden zu haben. Hier widerspricht Dehne, das habe man bereits prüfen lassen - eine geringfügige Abweichung sei möglich, aber nicht relevant. Antje Rinne hat das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege einschaltet. Sie bittet zu prüfen, ob die beiden Gebäude, die abgerissen werden sollen, nicht unter Denkmalschutz gestellt werden müssten. Beide Gebäude zählten zur Erstbebauung des 1806 geschliffenen Festungswalls und seien "wichtige Zeugnisse der Stadtentwicklung Rintelns".




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