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Wertermittlerlehrgang für Fachberater aus drei Bezirksverbänden der Kleingärtner

Neupacht nur nach Wertermittlung

HAMELN. Der Bezirksverband Hameln der Kleingärtner e. V. hat in diesem Jahr einen Lehrgang zum Wertermittler im Vereinsheim des KGV Am Königsstuhl e.V. angeboten.

Die Teilnahme wurde auf Wunsch anderer Bezirksverbandsvorstände auch für Kollegen aus Celle, Hildesheim und Osnabrück ausgedehnt.

Als am 7. April der Lehrgang startete, waren 25 Teilnehmer aus drei Bezirksverbänden bereit, sich von Andreas Berger, dem Hamelner Bezirkswertermittler und -Fachberater, ausbilden zu lassen. Der Vorsitzende des BVH, Wolfgang Schünemann, begrüßte die Teilnehmer und gab seiner Freude Ausdruck, dass auch Teilnehmer aus dem Bezirken Hildesheim und Celle angereist waren. Er machte darauf aufmerksam, wie wichtig gut ausgebildete Wertermittler in den Bezirksverbänden sind.

Es ist das erste Mal, dass so ein Lehrgang bezirksübergreifend stattfindet. Dann übergab er das Wort an den Lehrgangsleiter Andreas Berger. Die Wertermittlungsrichtlinien wurden einzeln durchgearbeitet und erläutert. Dabei stellte sich heraus, dass nicht alle Bezirksverbände dieselben Richtlinien haben. Sie sind zwar vom Grundsatz her vergleichbar, aber im Detail doch unterschiedlich.

Einige der Teilnehmer hatten schon häufiger mit Wertermittlungen zu tun und berichteten darüber. In Hildesheim hat zum Beispiel die Stadt Hildesheim in vielen Dingen das letzte Wort. Es wurde während des Lehrgangs immer wieder lebhaft diskutiert und sich ausgetauscht. Alle wichtigen Wertermittlungsrichtlinien wurden durchgesprochen und auch die rechtliche Seite wurde ausführlich erklärt.

Angefangen bei Blumenzwiebeln über Gemüsebeete, Obstbäume und Gehwege, Gartenlauben und Hecken bis zur Frage, was mache ich, wenn ich die Laube nicht von innen bewerten kann, weil der Pächter nicht da ist, gingen die Fragen. Bewerten lasse sich nur, was man auch sehen kann, in diesem Fall schreibt man, konnte nicht bewertet werden, sagte Andreas Berger. Was darf der Gfd. und was nicht, welche Dinge werden bewertet und welche nur geduldet? Auch kommt es immer wieder vor, dass gewisse Dinge wie Waldbäume oder zu viele Schuppen entfernt werden sollten. Eine Wertermittlung muss immer so neutral angelegt sein, dass sie auch bei Gerichtsverhandlungen standhält. Für alle ein heißes Thema. Selbst in der Mittagspause wurde in kleinen Gruppen weiterdiskutiert. Am Ende des Tages bekam jeder als Hausaufgabe einen Fragebogen zum besprochenen Stoff mit nach Hause.

Am zweiten Tag des Lehrgangs, am 14. April, erschienen dann leider nur noch 18 Teilnehmer, was sehr bedauert wurde. Als Erstes wurde der Fragebogen durchgegangen und noch einmal erklärt. Manche Gfde. hatten zur Beantwortung sogar bei Google nachgeschaut und in Büchern nachgelesen. Dann kamen die Wertermittlerbögen dran. Dabei tauchten viele Fragen auf, wie zum Beispiel was mache ich, wenn ein Baum nicht gepflegt wurde oder die Rinde stark verletzt ist? Wie ist es mit Lauben, wenn sie ungepflegt oder mit Schimmel befallen sind? Das gibt immer Wertabzug, war die Antwort. Andreas Berger beantwortete jede Frage mit Geduld und Ausdauer.

Gegen Mittag ging es mit Stift, Zollstock und Ermittlerbogen bewaffnet in den Kleingarten von Andreas Berger zum Bewerten. In kleinen Gruppen von drei bis vier Teilnehmern wurde nun gemessen, gezählt und bewertet. Oft wurde gefragt, was ist das für ein Baum, Spindel oder Halbstamm? Wie alt ist der Baum? Was ist das für eine Pflanze? Wie alt ist dieser Stachelbeerbusch und vieles mehr.

Nach einer Stunde ging es wieder ins Vereinsheim. Die Teilnehmer fingen sofort an, zusammenzuzählen und auszurechnen, welchen Wert der Garten von Berger hat. So dampfte nicht nur das Essen auf dem Teller, sondern auch so mancher Kopf. Nach der Mittagspause ging es daran, wer hat wie bewertet und die Teilnehmer stellten fest, dass jede Gruppe andere Summen errechnet hatte. Dieses sei aber ganz normal, da jeder seine eigene Sichtweise auf die Dinge habe. Am Ende war es schließlich so, wie es sein soll: Die Summen waren zwar unterschiedlich, aber trotzdem nicht so weit auseinander, dass man sagen müsste, hier hat jemand falsch oder komplett anders bewertet.PR




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