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Hans-Jürgen Winkelhake mahnt zu "mehr Tempo"

Neukauf: SPD wirft Rinne "Hinhalte-Taktik" vor

Bad Eilsen (tw). Die SPD-Fraktion hat die jüngste Ratssitzung im Haus des Gastes genutzt, um mit Blick auf den Bau des "Edeka-Neukaufs" mehr "Tempo" beimÄndern des B-Planes für das Areal der früheren Schaumburg-Klinik einzufordern.

Hans-Jürgen Winkelhake: "Wann können wir mit Ergebnissen rechnen? Warum wurde erst so spät auf unseren Antrag reagiert, eine gemeinsame Sitzung einzuberufen? Wie steht der Bürgermeister zu dem Plan, einen Netto-Markt in Heeßen zu bauen?" Winkelhake fürchtet nämlich, dass, wenn das Edeka-Vorhaben weiter so "verschleppt" werde, der Investor abspringe und Bad Eilsen über kurz oder lang komplett ohne Lebensmittelmarkt da stehen werde. "Ist es das, was Sie wollen, Herr Bürgermeister?" Antwort von Horst Rinne: "Das Thema wird auf der nächsten Zusammenkunft des Bauausschusses stehen." Voraussichtlich Ende Mai. Der Bürgermeister zu der zweiten Frage des - späten - Sitzungstermins: "Es gab Terminkollisionen, nicht zuletzt wegen des Urlaubs einer Beteiligten." Und was Netto betrifft: "Wir", so Rinne, "sind ebenso wenig begeistertwie die Luhdener". Wollten Penny und Netto nebeneinander bestehen, "müssen sie wahrscheinlich noch 7000 Menschen mehr nach Eilsen holen". Aber eine Marktbeurteilung könne auch er, Rinne, nicht vornehmen. Derweil sind auch die letzten Zweifel beseitigt: Edeka hält am Ziel fest, den "Neukauf" auf dem Gelände der Klinik trotz des Engagements der Konzern-Schwester "Netto" in Heeßen zu bauen. "Ich habe mir das offizielle Mandat für diese Entscheidung nach eingehenden Gesprächen im Haus geholt", berichtet Andreas Stegemann. Der Geschäftsführer Edeka Miha Immobilien-Service nennt gegenüber der Landes-Zeitung zwei wesentliche Gründe: "Der Bau des Neukaufs macht Sinn, weil der Markt im Gegensatz zu Penny (Luhden), aber auch zu Netto (Heeßen) ein Vollversorger sein wird, der 13 000 verschiedene Artikel im Angebot hat; die oben genannten Discounter kommen dagegen nur auf jeweils 2000 bis 3000 Artikel." Zum anderen - und das ist der zweite Grund - biete sich Edeka mit dem Bau des Neukaufs die Chance, einen Markt als Nahversorger in Zentrallage zu errichten. Das sei ein Standort- und damit ein Wettbewerbsvorteil: "Denn die beiden Discounter", erinnert Stegemann, "liegen jeweils an der Peripherie". Ob sowohl Penny als auch Nettoüberleben und sich den kleiner werdenden Kuchen teilen können, sei eine Frage, die für den Neukauf ohne Belang ist. Für den Neukauf, nicht aber für die zwei Bestandsmärkte in Bad Eilsen: Hohmann und Dörfler. "Netto", erinnert Stegemann, "wird noch 2007 eröffnen". Spätestens dann würden sich die Umsätze merklich verschieben. "Die Uhr tickt also bereits", so der Immobilien-Geschäftsführer. Bleibt nachzutragen: Die Uhr tickt nach Ansicht der SPD nicht nur für die Kaufleute, sondern auch für Bad Eilsen als Kurort. Denn wenn die Gemeinde mit Blick auf das zu vergebende Prädikat des Heilbäderverbandes punkten will, würde das Ergebnis womöglich schlecht aussehen, wenn sie keinen Markt nachweisen kann, der die Kurenden - voll - versorgt ...

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