weather-image
12°

Neujahrsstuten-Tradition wird fortgesetzt

Flegessen/Hachmühlen. Seit 1559 gibt es die Tradition der Neujahrsstuten in Neustadt, frühere Gemeinde vor den Toren von Hachmühlen. An Neujahr 1961 erlebte die Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg auf Beschluss des Ortsrates Brünnighausen eine Neuauflage. Im Laufe der Zeit wurde sie auf den Schulbeginn nach den Weihnachtsferien verlegt und auch vom Ortsrat Hachmühlen seitdem ununterbrochen fortgeführt. Nun gehen Hachmühlens und Brullsens Grundschüler in Flegessen zur Schule. Was soll aus der Tradition der Neujahrstuten werden, fragten sich die Ortsräte in Hachmühlen und Flegessen. Sie kamen überein, die Tradition fortzusetzen und starteten die Verteilung der Neujahrsstuten erstmals in der Grundschule Flegessen.

270_008_7662324_lkbm_Neujahrstuten_1.jpg

Alle 110 Grundschüler aus Hachmühlen/Brullsen und Flegessen sowie die Kleinen in der benachbarten Kita kamen in diesen Genuss. Niemand ging leer aus. 110 Semmeln lieferte der Bäcker aus Hachmühlen und Ortsratsmitglied Afra Gewand und Elke Möller aus Hachmühlen brachten sie in den Nachbarort. Bei der Ausgabe war auch Flegessens Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak dabei. Wie er berichtete, war der Ortsrat sofort einig, die Stutenaktion in Flegessen fortzusetzen. „Warum soll man nicht einen schönen Brauch weiterführen“, sagte der Ortsbürgermeister. Die Kosten wollen sich beide Ortsräte teilen. „Jetzt übernimmt Hachmühlen, nächstes Jahr Flegessen“, sagte Olejniczak.

Afra Gewand erzählte den versammelten 110 Grundschülern die Entstehung des Brauches, der auf das Jahr 1559 zurückgeht. Damals herrschte eine große Hungersnot, unter der besonders die Kinder zu leiden hatten. Von der Not tief betroffen gründete Gräfin Ursula von Spiegelberg eine Stiftung, die dafür sorgte, dass für Kinder in Coppenbrügge, Brünnighausen, Brullsen und Neustadt (damals noch ein selbstständiger Ort, der später mit Hachmühlen fusionierte) Weizen zur Verfügung stand, der zu Mehl gemahlen wurde, sowie Holz zum Backen. Wenigstens zu Neujahr sollten sich alle nämlich einmal satt essen können. „1783 wurde der Brauch sogar auf alle unverheirateten Personen ausgedehnt“, berichtete Gewand.

Wie begeistert die Schulkinder von der Idee der Neujahrsstuten waren, konnte man an den dicken Backen sehen. Einige konnten die Pause gar nicht mehr abwarten und bissen gleich herzhaft in die kleine süße Überraschung.lü



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt