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Mit dem XE will Jaguar den deutschen Premiumherstellern im Segment der Dienstwagen Paroli bieten

Neues Raubtier im Revier

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Autor:

Matthias WieMer

Bilbao. Sie sind mutig, die Macher von Jaguar. Im Revier der Platzhirsche Mercedes, BMW und Audi – dem Segment der Dienstwagen – setzen die Briten zum Sprung an und wollen mitmischen. Der neue Athlet für diese Klasse heißt Jaguar XE. Sein Auftritt: betörend, seine Form: überzeugend, sein Preis: zum Griff nach dem Taschenrechner.

Mit dem XE entfernt sich Jaguar, einst die Marke mit viel Image und erheblichen Qualitätsproblemen, noch einmal ein großes Stück weiter weg von der eigenen Vergangenheit. Nach den Modellen XF, dem Porsche-Herausforderer F-Type soll der XE nun zeigen, dass er auch im Premiumsegment der Mittelklasse mitmischen kann. Erste Eindrücke bei Testfahrten im spanischen Baskenland zeigten schnell, dass Jaguar nicht leeren Versprechungen aufwartet. Der XE hat das Zeug dazu, einem BMW 3er, einem Audi A4 oder einer C-Klasse Paroli zu bieten. Mit Leistung und Qualität, aber auch mit dem gewissen Etwas, das den Jaguar aus dem Angebot der Dienstwagen heraushebt.

Am Anfang stand ein weißes Blatt Papier. ,,Wir haben völlig neu begonnen“, sagt Kevin Stride, Programmdirektor Jaguar XE. Nichts sollte aus irgendwelchen Regalen genommen werden oder von anderen Plattformen stammen. Der XE ist ein ganz neues Auto. Mit fünf Versionen, zwei Dieseln und drei Benzinern, decken die XE-Modelle ein breites Leistungsspektrum ab. Der kleinste Motor, der 163-PS-Diesel, will mit einem Realverbrauch von rund fünf Litern auf 100 Kilometern punkten. Und der 340 PS starke 3,0-Liter-Motor wagt sich mit Spitzenfahrleistungen in das Gehege reinrassiger Sportwagen. Sportlich geben sich die neuen fünf aber alle. Deshalb wurde schnell eine Kombivariante (zunächst) verworfen. Und auch eine Heckklappenlimousine à la Audi A7 soll es nicht geben.

Auf die Straße gekommen ist nicht nur ein Hingucker mit coupéartigem Profil, sondern auch ein Kämpfer, durchtrainiert und mit 1500 bis 1660 Kilogramm Leergewicht ohne ein Gramm Fett zu viel. Die beiden 2,0-Liter-Maschinen überzeugen als aufgeladener Benziner sowie als Diesel und bereiten mit der gut abgestimmten, wenn auch etwas weichen Acht-Gang-Automatik den meisten Fahrspaß. Ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe gibt es nur für die Diesel-Modelle. Die heckgetriebene Katze wirkt dank der Verwendung von 75 Prozent Aluminium leichtfüßig, trotzdem liegt das Fahrzeug wie ein Brett auf der Straße, ohne dass der Komfort darunter leidet. Der gute CW-Wert von 0,26 sorgt für einen hohen akustischen Abstand zur Außenwelt auch bei Geschwindigkeiten um die 200 km/h. Die erstmals in einem Jaguar eingesetzte elektromechanische Servolenkung verleiht dem Handling stets den richtigen Mix aus Kontakt zur Straße und Komfort. Der Motorsound ist zurückhaltend bis angenehm, nie aber zu laut. Der XE S in der Sechs-Zylinder-Kompresso-Ausführung stellt zweifellos eine Sonderklasse mit Suchtgefahr dar; hier faucht die Raubkatze und fährt ihre Krallen aus, um sich im nächsten Moment wieder in einen Schmusekater zu verwandeln – wenn man das Gaspedal in Ruhe lässt.

Die Preisliste beginnt bei 36 450 Euro für das Einstiegsmodell und endet über vier Ausstattungsvarianten bei mehr als 54 000 Euro für die S-Version. Natürlich bietet Jaguar eine üppige Liste für Extraausstattungen, mit denen sich der Preis in die Höhe schrauben lässt. Aber das können die anderen Hersteller auch ganz gut.

Die Chancen, die Märkte in Deutschland, Großbritannien und dem übrigen Europa aufzumischen, scheint Jaguar realistisch einzuschätzen. „Wir wollen einfach einmal zeigen, dass es etwas anderes gibt, das nicht nur gut ist, sondern auch die Emotionen anspricht“, gibt sich Kevin Stride zuversichtlich. Ab dem 13. Juni wird es ernst, dann stehen die XE-Modelle bei den Händlern.



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