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Nabu schafft im "Garten der geliebten Steine" neuen Lebensraum / Teich für bedrohte Arten

Neues Laichrevier für Geburtshelferkröten

Paschenburg (rnk). Sie sind bis 55 Millimeter groß, gelblich- bis bräunlichgrau, an den Beinen rötlich - und sie leben eine Partnerschaft, in der das Männchen bei der Fortpflanzung auch nach der Paarung noch kräftig mithilft: Die männliche Geburtshelferkröte trägt die Laichschnur bis zum Ende der Embryonalperiode um die Hinterbeine gewickelt mit sich herum und setzt die Larven dann kurz vor den Schlüpfen ins Wasser.

Zehn Tonnen Stein und viel Arbeit: Bruno Scheel (l.) und Peter L

Die Chancen, sich dies in absehbarer Zeit an der Paschenburg ansehen zu können, stehen so schlecht nicht: Im "Garten der geliebten Steine" des Bildhauers Peter Lechelt hat der Kreisverband des Naturschutzbundes nun die Grundlagen dafür geschaffen. Vor fünf Jahren hat der Kreisverband ganz in der Nähe einen Tümpel gefunden, in dem Larven der Geburtshelferkröte festgestellt wurden. Bei den routinemäßigen Überprüfungen stellte sich heraus, dass in diesem nicht bekannten "Vorkommen" (so nennen das die Naturschützer) aber keine Reproduktion der Tiere erfolgt ist, unter anderem, weil das Gewässer durch Bäume stark beschattet wird. "Da haben wir uns über einen Ausweichteich Gedanken gemacht", erzählt Bruno Scheel vom Kreisverband. Fündig wurde er bei Peter Lechelt, der schon vor der Jahrtausendwende einen Zierteich ausgehoben hatte, in dem zwar eine Flosse dekorativ über den Rand schaute, aber in dem das Wasser fehlte. Lechelt organisierte ein Team von Freunden und Helfern, gute zehn Tonnen Stein wurden von den Barbara-Werken in Kleinenbremen in den "Garten der geliebten Steine" transportiert. Dort wurde der Teich mit Sand undFolie ausgekleidet, anschließend kamen die Steine. Denn die Geburtshelferkröte braucht Ritzen, in denen sie leben kann. 1000 Euro steuerte der Kreisverband für das Material bei, die "Men-Power" für die Arbeit gab es eine Woche gratis. Es ist ein Angebot an die Geburtshelferkröte, stellte Scheel vorgestern klar. Aber Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Tiere erstens neue Teiche durchaus gern annehmen würden, außerdem habe man in einer nur zehn Meter entfernt stehenden Sandsteinmauer Hinweise auf die Tiere gefunden. Scheel, der mit Thomas Brandt und dem Nabu-Artenschutzreferenten Dr. Holger Buschmann ein Buchüber Amphibien und Reptilien des Schaumburger Land und des Steinhuder Meeres verfasst hat und als Fachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung gilt, freut der neue Teich vor allem, weil die Geburtshelferkröte stark gefährdet ist. In der Schweiz ist das Tier auf der aktuellen Roten Liste als "gefährdet" eingestuft, eine Hochstufung in "stark gefährdet" ist vorgesehen. In Niedersachsen sieht es nicht besser aus: In den letzten Jahren ist der Bestand um 60 Prozent zurückgegangen. In Bayern gilt die Kröte als vom Aussterben bedroht.

Papa hilft : Die Laichschnur trägt das Männchen.
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