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Neues Klinikum: Bauplatz in Vehlen im Visier

Obernkirchen (wer). Es gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen im Landkreis: Wo genau soll das neue Krankenhaus gebaut werden? Am Donerstag beschäftigt sich (hinter verschlossenen Türen) der Werksausschuss der Kreiskrankenhäuser mit der Standortfrage. Nach Informationen unserer Zeitung haben die Planer sieben prinzipiell geeignete Flächen ins Auge gefasst, von denen sechs in Obernkirchen liegen, eine in der Samtgemeinde Eilsen. Als Favorit werden Grundstücke im Ortsteil Vehlen gehandelt.

Damit werden Befürchtungen insbesondere aus Rinteln zerstreut, das neue Klinikum werde möglicherweise doch nicht wie mehrfach angekündigt im „Raum Obernkirchen“, sondern wegen der größeren Distanz zur Heeresfliegerwaffenschule weiter nördlich in Nienstädt geplant. Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann hatte solchen Argwohn genährt, als er im Dezember öffentlich Nienstädt als Standort favorisierte – nicht zuletzt wegen der Nähe zu Stadthagen.

„Wir haben die glückliche Situation, dass der Mittelpunkt der Patientenströme und die politisch opportune Zone in Obernkirchen zusammenfallen“, formuliert es ProDiako-Geschäftsführer Claus Eppmann diplomatisch.

Mit mehr oder weniger großem Abstand reihen sich fast alle potenziellen Flächen an der B 65 auf. So zum Beispiel südlich der Bundesstraße in Gelldorf an der Einmündung der Langen Straße (führt von Obernkirchen nach Gelldorf) oder am Sülbecker Weg (der Zubringer von Obernkirchen zur B 65). Andere Flächen liegen in Vehlen, im ehemals geplanten Gewerbegebiet „Vehler Wieh“ oder weiter in Richtung Ahnsen, mit einigem Abstand zur B 65. Ein weiteres mögliches Baugelände liegt an der Ahnser Straße zwischen Vehlen und Ahnsen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Eilsen.

Die Vorauswahl erfolgte in Abstimmung mit der Wehrbereichsverwaltung, für alle sieben Flächen stellt die Nachbarschaft der Heeresflieger insofern keinen Verhinderungsgrund dar. Allerdings variieren je nach Standort die Auflagen, die sich aus dem Flugbetrieb ergeben.

Dabei ist größere Entfernung vom Flugplatz in Achum nicht unbedingt von Vorteil: Das Gelände steigt entlang der B 65 in Richtung Nienstädt an, was die mögliche Bauhöhe beeinträchtigt, und die Einflugzone verbreitert sich mit zunehmender Entfernung von der Landebahn. Insofern werden gerade flugplatznahen Standorten wie in Vehlen erhöhte Chancen eingeräumt: Sie liegen unmittelbar neben, aber nicht in der Einflugschneise.

Flugsicherheit und Lärmschutz sind allerdings nicht die einzigen Kriterien, die über den Standort entscheiden. Auch die Größe der Fläche spielt eine Rolle. Für den Neubau des Krankenhauses werden sieben bis neun Hektar benötigt, doch zusätzliches Raumpotenzial für Ansiedlungen aus dem medizinischen Sektor gilt als Vorteil. In der Auswahl befinden sich auch Flächen bis zu 50 Hektar Größe.

Nach dem Werksausschuss werden die Standort-Pläne am Montag den Gesellschaftern des Krankenhauses vorgestellt. Bereits angelaufen sind die Gespräche mit den Grundeigentümern der potenziellen Flächen.

Parallel zu diesen Verhandlungen prüft das Sozialministerium in Hannover das inzwischen erstellte Raum- und Funktionskonzept des neuen Krankenhauses auf Förderfähigkeit. Bevor sich danach der Architektenwettbewerb anschließt, muss die Standortfrage entschieden sein.




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