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Trotz verschobenem Ortstermin Entwicklung im Schlamm-Prozess von Eimbeckhausen

Neues Gutachten stärkt die Anwohner

Eimbeckhausen (st). Trotz des zunächst auf unbestimmte Zeit verschobenen Ortstermins gibt es im Schlamm-Prozess von Eimbeckhausen eine neue Entwicklung: Der Anwalt des Klägers hat ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, das jetzt die Forderungen des geschädigten Eimbeckhäusers untermauert – und die Position sämtlicher Anwohner stärkt. Sie wollen Sicherheit für die Zukunft.


Beim nächsten Regenguss soll nicht wieder Schlamm vom Feld eines beberschen Landwirtes an der Bakeder Straße in ihre Häuser fließen und großen Schaden anrichten. Der Bauer soll Maßnahmen treffen, die das verhindern. Das fordert auch der 46-jährige Eimbeckhäuser, der durch die Schlammlawine, die im Oktober 2009 sein Haus verwüstete, seine Fingerkuppe einbüßte – und jetzt gegen den Landwirt vor dem Amtsgericht Hameln klagt. Im bisherigen Prozessverlauf allerdings deutete sich an, dass der Landwirt ungeschoren davonkommen würde. Schuld daran ist das gerichtliche Gutachten eines Sachverständigen aus Göttingen – der allerdings laut dem Anwalt des geschädigten, Jochen Scholz, nie selbst vor Ort gewesen ist.

Weil Scholz – wie sein Mandant – nach eigener Aussage die Unparteilichkeit des Sachverständigen der Landwirtschaftskammer anzweifelt, hat er jetzt selbst ein Privatgutachten erstellen lassen. Und siehe da: „Der Gutachter bescheinigt uns, dass das erste Gutachten die besondere Oberflächenform des Ackers nicht ausreichend berücksichtigt hat – wohl als Folge dessen, dass der Gutachter gar nicht vor Ort war“, sagt Scholz. „Da die Ackerfläche laut Gutachter zu mehreren Seiten geneigt ist, ist diese trotz Einhaltung der landwirtschaftlichen Regeln besonders stark erosionsgefährdet.“ Scholz macht deutlich, dass der Sachverständige auch in Zukunft den „Abgang von Schlamm“ erwartet, wenn nicht Vorkehrungen getroffen würden. „Er empfiehlt ausdrücklich die Anlegung eines Grünstreifens am unteren Teil an der Straße“, so Scholz.

Das Privatgutachten, das laut Scholz einige hundert Euro kostet, hat im Prozess nicht die Kraft eines gerichtlichen Gutachtens. Deshalb will Scholz nach eigenen Angaben ein sogenanntes Obergutachten fordern. Der Schnee verhindert zurzeit einen Ortstermin in Eimbeckhausen.

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