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Neuer Raum für Flüchtlingstreff in Bad Münder gesucht

BAD MÜNDER. Ein Ort für Gespräche und Unterstützung, offen für alle – so war das Café International im Jahr 2015 gestartet. Zwei Jahre später ist der Treffpunkt im Vereinsheim eine fest etablierte Größe in Sachen Integration – aber vielleicht bald ohne Heimat.

Treffpunkt Integration: Die Helfer des Café International suchen nun nach neuen Räumen für das vor zwei Jahren gestartete Integrationsprojekt. Foto: Archiv
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Die Integrationslotsen, die sich hauptsächlich um das Begegnungscafé kümmern, sind auf der Suche nach neuen Räumen. Die Tuspo, die bisher ihr Vereinsheim für die Treffen zur Verfügung gestellt hatte, möchte den Freitag gerne wieder zur freien Verfügung haben. Anfragen für Feiern oder Treffen gäbe es immer wieder einmal, erklärt Tuspo-Vorsitzender Helmut Burdorf. „Wir haben da zwei Jahre lang viel Geld reingesteckt“, sagt Burdorf und verweist auf die laufenden Kosten im Vereinsheim für Strom, Reinigung und ähnliche Posten, die nicht über Projektmittel finanziert werden können. „Aber wir können auch keine Miete zahlen“, sagt Edeltraud Mittelstädt.

Allerdings, das weiß auch die Integrationslotsin, die oft in dem Café hilft, waren die Räume der Tuspo von Anfang an nicht als dauerhafte Anlaufstelle gedacht. Insofern sind weder die Helfer noch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung von der Bitte der Tuspo überrascht. „Es hat nur am Anfang keiner gedacht, dass das so ein super Treffpunkt wird“, sagt Fachdienstleiterin Sina Bruns. Nach wie vor ist das Café laut Mittelstädt ein wöchentlicher Treffpunkt für 20 bis 30 Flüchtlinge, die in dem Café Fragen zu Briefen, Formularen oder Integrationskursen klären oder Kontakt zu anderen Flüchtlingen suchen, auch Kinder und Jugendliche sind regelmäßig dabei. Abgesehen davon, dass nur wenige Frauen kämen, ist Mittelstädt zufrieden – und Bruns ergänzt: „Inzwischen sind auch viele Einheimische regelmäßig zu Gast.“ Der Kontakt zwischen Anwohnern und Neubürgern – es war das Ziel des Integrationsprojekts. Ein Erfolg, der nun in Gefahr ist, sollten keine neuen Räume zu finden sein. „Wir sind gerade ein wenig ratlos“, sagt Mittelstädt. „Wir brauchen nur Tische, Stühle und ein wenig Geschirr.“ Utensilien wie Wasserkocher und ähnliches bringen die Helfer selbst mit. Angefragt hat sie schon bei verschiedenen Vereinen und Einrichtungen – viele haben bis jetzt aber nur zurückhaltend geantwortet. Das DRK benötige die Räume an der Angerstraße für bereits laufende Veranstaltungen, das Puffergebäude an der Wallstraße ist zur Unterbringung von Flüchtlingen reserviert – auch wenn es aktuell überwiegend leer steht. Das wäre aus Sicht von Mittelstädt kein Problem: „Wir sind ja nicht fest etabliert.“ Würde der Landkreis die Räume also als Zwischenquartier benötigen, könnte das Café auch mal ausfallen. Weitere Anfragen an die BIK, die Deister-Süntel-Bühne an der Wallstraße und andere Vereine laufen noch. „In den Ferien dauert das natürlich länger“, zeigt Mittelstädt Verständnis.

Flexibel sei das Café auch hinsichtlich des Tages und der Uhrzeit. Derzeit ist das Café International im Tuspo-Vereinsheim immer freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet – auch in der Ferienzeit.



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