weather-image
20°

Neuer Besitzer für Gewerbeobjekt „Vor dem Oberntore“

BAD MÜNDER. Amtsgericht Hameln, Saal 108, Freitagmorgen: Der Andrang ist groß, als Rechtspfleger Wolfgang Rockenberg den Termin zur Zwangsversteigerung eines mit Erbbaurecht belegten Grundstücks an der Straße Vor dem Oberntore eröffnet.

Nach jahrelangem Leerstand hat der Gewerbekomplex „Vor dem Oberntore“ einen neuen Besitzer. Foto: Huppert
Jens

Autor

Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Schnell kristallisiert sich heraus: Interesse an dem Grundstück samt der gewerblichen Bauten darauf haben eigentlich nur zwei Parteien, die anderen Anwesenden sind Vertreter der Erbbaurechtsgeber, der Gläubiger und Zuhörer. Einige interessieren sich für den Ablauf des Verfahrens, andere mehr für die Frage, ob es gelingen wird, für das zentral in Bad Münder am Feuerteich gelegene Grundstück eine Lösung zu finden, die optisch ansprechender wirkt als der inzwischen jahrelange Leerstand. Auf 139 000 Euro beziffert ein Wertermittlungsgutachten den Verkehrswert des Erbbaurechts. Eine Videothek, ein Heimwerker-Fachgeschäft und ein Getränkemarkt waren einmal in dem 1977 errichteten Gebäude untergebracht. Rund 800 Quadratmeter Gewerbefläche bietet das Gebäude. Wer es ersteigert und nutzen möchte, muss sich allerdings auf Reparaturen einstellen – das macht das im April 2013 erstellte Gutachten zur Zwangsversteigerung bereits deutlich. Nach Ablauf der 30-minütigen Bietzeit erteilt der Rechtspfleger einem Gebot über 59 000 Euro den Zuschlag. Damit steht fest: Reparaturen werden Sache eines münderschen Physiotherapeuten sein, der bereits seit geraumer Zeit auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten zur Erweiterung seiner Praxis ist.

Mit der Versteigerung des Objektes, das bereits lange in der Liste des Amtsgerichts geführt wird, reduziert sich die Zahl der in Bad Münder zur Zwangsversteigerung anstehenden Objekte auf eins – und damit einen äußerst ungewöhnlichen Wert, pendelte die Zahl in den vergangenen Jahren doch zumeist zwischen 10 und 20 Gewerbeobjekten, Wohnungen und Häusern.

„Schwankungen dieser Art sind nicht so ungewöhnlich“, sagt Rockenbergs Kollege Axel Klemme. Der Rechtspfleger war bereits für zahlreiche Zwangsversteigerungen im münderschen Raum zuständig, kennt die Entwicklung. Klemme weist aber auch auf einen Trend hin, der bereits seit längerer Zeit zu beobachten ist und nicht nur Bad Münder betrifft: Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien ist in Deutschland im vergangenen Jahr weiter gesunken. Die Versteigerungsdauer hat sich deutlich reduziert, längst sind nicht mehr mehrere Termine notwendig. Denn: Aufgrund der niedrigen Zinsen ist die Nachfrage nach Immobilien weiter ungebrochen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt