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Mit dem Dune will VW aus dem Kultstatus des Käfers Kapital schlagen – noch mehrere Modelle in der Pipeline

Neuer Auftrieb für den Beetle

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Autor:

Markus BeiMs

Die Bezeichnung Kultstatus wird in den Marketingabteilungen großer Unternehmen zuweilen etwas großzügig verwendet. Übertreibungen sind an der Tagesordnung. Doch es gibt auch wahre Kultobjekte. „Der VW Käfer ist eine Ikone wie kein zweiter Volkswagen“, sagt Matthias Zeuner, VW- Produkt-Marketing-Chef für „Emotional Cars“. Und da der Krabbelkäfer in den USA seit jeher als Beetle verkauft wird, wird auch der neue VW Beetle Dune „diese Gene aufgreifen“, glaubt Zeuner.

Die erste Idee für einen ausgefallenen Dünen-Beetle stammt bereits aus dem Jahr 2000. Seinerzeit erinnerten sich die VW-Marketingexperten an die Popularität des Baja Bug, eines Rallye-Ablegers des Käfer aus den Siebzigerjahren, und des puristischen Strand-Buggys kalifornischer Surf-Romantiker. Über die Jahre reifte die Idee des Dune zumjüngst in Detroit vorgestellten Beetle-Ableger.

Äußerlich sticht die Sonderfarbe Sandstorm-Yellow bereits ins Auge – damit sind neugierige Blicke garantiert. Diverse schwarze Offroad-Applikationen, ein mächtiger Heckspoiler, neu entwickelte Front- und Heckschürzen, ein angedeuteter Unterbodenschutz sowie eine um 14 Millimeter verbreiterte Spur sollen dem Beetle Dune einen eigenständigen Charakter verleihen. Mission gelungen. Warum der Dune allerdings nicht Beetle Cross heißt, blieb unbeantwortet. Echte Dünen sollte man nicht hochdüsen, denn Allradantrieb ist auch gegen Aufpreis nicht zu haben.

„Im Innenraum verschmelzen Klassik und Moderne“, verspricht die VW-Marketingabteilung und lässt die Insassen auf ein eigenständiges Optikpaket blicken, das auch ein Dune-Logo im Lederlenkrad als Alleinstellungsmerkmal beinhaltet. „Das Heritage-Design ist schließlich der Hauptkaufgrund für den Beetle“, meint Zeuner. Demnach legen Beetle-Fahrer Wert auf Ästhetik und Authentizität, weshalb Volkswagen insbesondere jüngere Käufer im Fokus hat, die die Emotionen des Ur-Käfers erleben möchten. Zwei Drittel aller bisherigen Beetle-Käufer entschieden sich für die Cabrio-Version. Wem das Dünen-Wetter hierzulande zu unbeständig erscheint, ist mit der Coupé-Variante aber ebenso gut bedient.

Fahrerisch unterscheidet sich der Dune nicht vom normalen Beetle, sodass zur Markteinführung im Frühjahr 2016 jeder Interessent die Wahl zwischen den hierzulande bekannten drei Benzinern (77-162 kW/105-220 PS) und zwei Selbstzündern (81/110 kW/110/150 PS) hat. Ab 23 625 Euro ist das Dune-Vergnügen in der geschlossenen Coupé-Version mit dem kleinsten Benziner und Sechsgang-Schaltung möglich. Die Cabrio-Varianten kosten jeweils rund 4000 Euro Aufpreis. So sind beispielsweise für den 220 PS starken Oben-ohne-Dune mit Siebengang-Doppelkupp-lungsgetriebe (DSG) mindestens 35 375 Euro auf den Tisch zu blättern. Das Kultvergnügen hat schließlich seinen Preis.

Um eine noch größere Käuferschaft anzusprechen, wird Volkswagen Mitte 2016 mit dem Denim, der an den Jeans-Käfer erinnert, mit der „Pink-Edition“ und einer Fresh-up-Version drei weitere Beetle-Ableger in den USA an den Start bringen. Fazit: Weniger ist manchmal mehr. Doch gerade bei den Fahrerassistenzsystemen zeigt sich, dass der Beetle schon ein paar Jahre auf seinem – zugegeben hübschen – Buckel hat. Hier ist der VW nicht auf dem allerneuesten Stand. Wen das nicht stört und wer den Dune nicht wirklich zum Dünenkraxeln nutzen will, bekommt einen Wagen mit dezent-auffälliger Optik und hohem Spaßfaktor. An den Kultstatus des VW Käfer wird ein Beetle nicht heranreichen, doch die Gene des Urahns sind im Dune deutlich zu spüren.

Altes Auto, neue Optik: Der Dune soll den Beetle wieder weiter nach vorne bringen. Fotos: Hersteller (2)



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