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Neuer Anlauf fürs Grundschulzentrum

Bad Münder. Noch im vergangenen Jahr hatten Petra Joumaah (CDU) und Helmuth Mönkeberg (proBürger) für ihr lautes Nachdenken über die Vorteile eines Grundschulzentrums in Bad Münder von verschiedenen Seiten verbal Prügel bezogen – vor dem Hintergrund der ungeklärten Zukunftsfrage der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule nimmt diese Idee jedoch wieder Fahrt auf. Eine Delegation mit Vertretern aus Bad Münder und der Kreispolitik ließ sich jetzt in Hänigsen bei Uetze ein Grundschulzentrum vorstellen.

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Für Mönkeberg, Initiator der Fahrt, hat die Grundschule in Hänigsen Modellcharakter für Bad Münder. Sie wird seit dem vergangenen Jahr als offene Ganztagsschule geführt und wurde gerade durch zahlreiche Umbauten auf die künftigen Anforderungen an eine Grundschule vorbereitet, wie Schulleiter Gert Ziball den Gästen erläuterte. Und gerade dieser Umstand ist es auch, der einen Teil der münderschen Teilnehmer lockte: Der Schulelternrat der Grundschule Bad Münder hat in einer aktuellen Elternbefragung festgestellt, dass in der Elternschaft ein großes Interesse an Betreuungsmöglichkeiten im Nachmittagsbereich besteht.

„Wir waren überrascht über die große Beteiligung an der Umfrage, aber auch über das Ergebnis: Mehr als 50 Prozent der Eltern haben ihren Bedarf an einer Nachmittagsbetreuung erklärt“, sagt Christian Korten, Schulelternratsvorsitzender der Grundschule. Das Ergebnis der Elternbefragung wird derzeit auch bei der Stadtverwaltung ausgewertet, wie die zuständige Fachbereichsleiterin Elisabeth Borcherding erklärt. Das aktuelle „nachschulische Betreuungsangebot“, wie es in Bad Münder, Bakede, Hachmühlen und Eimbeckhausen in Trägerschaft der Stadt organisiert wird, hat den Nachteil einer begrenzten Platzzahl – das wäre bei einem Ganztagsschulangebot anders.

Korten betrachtet die Frage eines Ganztagsangebotes zunächst losgelöst von der Frage des Schulstandortes, schließlich sei der derzeitige Standort der Grundschule gut. Er weiß aber auch um die Schwächen – das Raumangebot an der Kellerstraße ist begrenzt, und vor dem Hintergrund der mit dem Thema Inklusion verbundenen Anforderungen warnt er davor, das Schulgebäude der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule „voreilig zu verkaufen“.

Mit diesem Ansatz stieg auch Hermann Wessling als Vertreter der Sozialraum AG ins Auto Richtung Hänigsen – zurück kam er beeindruckt: „Mächtig interessant“ sei das, was der Gruppe vorgestellt wurde. „Innovative Modelle, ganz bemerkenswert“, so Wessling. Die Erfahrung, dass junge Familien mit behinderten Kindern aufgrund der Möglichkeiten in Hänigsen inzwischen ihren Wohnort von Hannover nach Uetze verlagern, sieht er auch als Chance, in Bad Münder dem demografischen Wandel zu begegnen. „Aber damit dürfen wir nicht fünf Jahre warten, dann ist es kein Vorteil mehr“, erinnert er an die Vorgaben. Bis 2018 sollen alle Schulen in Niedersachsen inklusiv sein. Wessling plädiert dafür, dass sich die Politik in Bad Münder „offen, interfraktionell und überparteilich“ mit dem Thema beschäftigt.

Mönkeberg hatte neben seinen Kreistagskollegen Hans-Ulrich Siegmund (CDU) und Helmut Burdorf (Grüne) auch den stellvertretenden SPD-Kreisfraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Brandt, ausgewiesener Schulexperte und stellvertretender Landrat, eingeladen. „Wir müssen das Thema im Dialog gemeinsam auf den Weg bringen“, begründet Mönkeberg seinen Vorstoß. Er hält an seiner Auffassung fest, dass das HWK-Gebäude auf jeden Fall als Schulgebäude weiter genutzt werden müsse. Die Voraussetzungen für eine Nutzung als Grundschulzentrum mit Ganztagsangebot, auch vor dem Hintergrund der Inklusions-Anforderungen, seien gegeben. Mensa und Einrichtungen wie ein Fahrstuhl geradezu ideal.

„Wir müssen klar darüber nachdenken, ob die HWK vor dem Hintergrund von Ganztagsbetreuung und Inklusion ein Grundschulzentrum werden kann“, zeigt sich Siegmund offen für Gespräche. Nach dem Besuch kündigte er vor dem CDU-Stadtverband an, für die Aufstellung eines Schulentwicklungsplanes für die nächsten zehn Jahre eintreten zu wollen. jhr



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