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Stadtverwaltung prüft Liste / Ex-Schulleiter Foerstner: Erklärende Tafel erforderlich

Neue Wendung im Stein-Streit: Steht Objekt unter Denkmalschutz?

Rinteln (clb). Schon wieder gibt es Neuigkeiten bezüglich des umstrittenen Gedenksteins vor der Realschule: Möglicherweise steht der Stein aus der NS-Zeit mit der Inschrift "Klagt nicht kämpft" unter Denkmalschutz. Auf einer der Stadtverwaltung vorliegenden Liste mit Objekten unter Denkmalschutz ist auch dieser Stein aufgeführt, offenbar bereits seit den achtziger Jahren. Jetzt will die Stadt prüfen, ob der Stein tatsächlich vom Denkmalschutz umfasst ist - und welche Konsequenzen das hat.

Der Landkreis Schaumburg als Schulträger will zunächst überprüfen, ob und wie die Inschrift entfernt werden kann. Das bestätigte Landkreis-Pressesprecher Klaus Heimann gestern auf Anfrage. "Wir werden erstmal schauen, ob das technisch machbar ist und mit welchen Kosten gerechnet werden muss", erläutert Heimann. Weil über dieses Denkmal in Rinteln so heftig diskutiert werde, wolle man das Thema in jedem Fall weiter im Auge behalten. Wolfgang Foerstner, ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums Ernestinum, das sich lange Zeit auf dem Gelände der heutigen Realschule befand, hält eine erklärende Tafel neben dem umstrittenen Denkmal für angemessen. "Der ,Stein des Anstoßes' trägt drei Botschaften aus verschiedenen Zeiten, die allerdings untrennbar verbunden sind", so Foerstner. "Einmal den Wunsch, der gefallenen Schüler des Gymnasiums zu gedenken, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten, zum anderen den nationalsozialistischen Aufruf, die Schmach von Versailles mit Gewalt zu lösen, und zum Dritten den etwas hilflosen Versuchmit den nachträglich eingemeißelten Jahreszahlen die toten Soldaten des Zweiten Weltkrieges nicht zu vergessen." Foerstner Meinung zufolge ein "komplexes Mahnmal", das geradezu nach Erklärung schreie. Eine erklärende Tafel, die den Schülern und Bürgern erklärt, wie alles gewesen ist, sei die richtige Antwort, nicht die "damnatio memoriae", das Auslöschen des Gewesenen. Ähnlich sieht das auch Sigmund Graf Adelmann von der Schaumburger Landschaft: "Das Ganze so zu lassen, wie es ist, geht nicht!" Er selber sehe zwei Möglichkeiten: Entweder den Stein beziehungsweise die Inschrift entfernen zu lassen oder aber eine Tafel anzubringen, die sich mit der Herkunft des Steines auseinandersetzt. Diese könne zum Beispiel mit einer Gruppe von Schülern oder im Rahmen der Arbeitsgruppe "Erinnerungspro- jekt" unter dem Dach der Schaumburger Landschaft erarbeitet werden.



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