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28. Heimattreffen der Herzogswaldauer und Kalthauser / "Verfall und Verwahrlosung erschreckend" / Aber Polen sehen Denkmalspflege als Pflicht

Neue Reiseberichte zeichnen zwiespältiges Bild vom alten Schlesien

Bückeburg. 20 frühere Bewohner der niederschlesischen Dörfer Herzogswaldau und Kalthaus im Kreis Jauer haben sich dieser Tage zum Heimattreffen in Bückeburg versammelt.

Die eher geringe Teilnehmerzahl deutet dabei keineswegs auf mangelndes Interesse, sondern auf das fortgeschrittene Alter der Anwesenden hin. Auch wenn dieÄlteste sich von ihren 98 Jahren nicht abhalten ließ, sind lange Reisen für viele der ehemaligen Schlesier nicht mehr möglich. Bei der Totenehrung musste die Bückeburgerin Erna Fiebig, eine von drei Dorfvertrauensleuten, zudem die Namen von sieben ehemaligen Dorfbewohnern nennen. Ein interessantes Resümee über eine Schlesienreise gaben die Bückeburger Gerda und Gerhard Wöbking. Ihre Eindrücke unterstützte Wolfgang Schlüter aus Herne. Sie berichteten von beeindruckender Landschaft und faszinierenden Kultur-Denkmälern. Breslau, Hirschberg und Schweidnitz seien mittlerweile Städte von europäischem Rang. Anders sehe es in vielen Kleinstädten und Dörfern aus. Dort, leider auch in Herzogswaldau und Kalthaus, seien Verfall und Verwahrlosung der Bauwerke erschreckend. Diese Seite des Berichtes schmerzte die Zuhörer tief: Erst die Vertreibung aus einer 700 Jahre blühenden Provinz - und danach der Verfall. Positives berichtete dagegen Christoph Scholz aus Großburgwedel. Er verwies auf seine guten Kontakte zum Direktor des Nationalmuseums Jauer und dem Pastor der Friedenskirche Jauer, welche zum Weltkulturerbe gehört. Die deutschfeindliche Ausrichtung der früheren polnischen Regierung sei vorbei, Ministerpräsident Tusk um sachliche Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Merkel erfolgreich bemüht. Scholz fügte hinzu, dass es auch in der Bevölkerung Polens immer mehr Bürger gibt, die Schlesien nicht nur als neue Heimat ansehen, sondern sich mit der schlesischen Geschichte verbunden fühlen und die Pflege der deutschen Kulturdenkmäler als Verpflichtung ansehen. Mit einem lebhaften Austauschüber das Heute und die Erinnerungen an Gestern ging das Treffen zu Ende. Die Herzogswaldauer und Kalthäuser wollen auch 2009 nach Bückeburg kommen.




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