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Neue Gruppe „Free your stuff“

BAD MÜNDER. Es ist nicht mal eine Woche her, dass Sonja Stefan die Gruppe „Free your stuff“ – frei übersetzt: befreie dein Zeug – gegründet hat. Und schon hat sie auf der Facebook-Seite knapp 300 Mitglieder versammelt, die das Projekt unterstützen möchten.

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Autor:

Mira Colic

Was genau dahinter steckt, verrät die Neu-Hachmühlerin im Nachsatz: „Verschenken. Finden. Einander helfen.“

„Free your stuff“ ist eine bundesweite Bewegung, die verhindern möchte, dass Sachen, die andere noch gebrauchen könnten, einfach weggeschmissen werden. Egal ob Babykleidung, Spielzeug, Haushaltsgeräte, Schmuck oder Möbel – hier darf alles angeboten werden, sogar Lebensmittel. Also wer einen Baum voller Kirschen im Garten oder Äpfel hat, darf zum Selberpflücken einladen. Es darf allerdings nichts kosten. „Wir sind eine Gruppe für den ,guten Zweck‘“, stellt Stefan klar und hat dafür einige Regeln aufgestellt.

Es darf nur verschenkt und nichts verkauft werden, Inserate mit Preisschild sollen kommentarlos gelöscht werden. Eine Vermittlung von Tieren ist zwar grundsätzlich erlaubt, allerdings nur mit Schutzvertrag und genauer Erklärung. Medikamente dürfen nicht abgegeben werden. „Jeder entscheidet für sich selbst, wem er sein Angebot zukommen lässt. Ob Losverfahren, nach Sympathie oder nach dem Motto ,wer zuerst kommt‘, entscheiden die Geber.“ Adressen sollen aus Datenschutzgründen nur per privater Nachricht weitergegeben werden.

Vielen Münderanern scheint das zu gefallen, etliche Angebote sind bereits eingestellt worden, nachdem Stefan mit einem Paar Schuhe den Anfang gemacht hatte. So möchte jemand Mutterboden loswerden, eine Frau hat vier Zimmertüren abzugeben, ein Aquarium sucht einen neuen Besitzer genauso wie ein Wohnzimmerschrank. „Und ich habe auch noch ein ganzes Zimmer voller Kram, den ich nicht brauche“, sagt die Initiatorin, die als pädagogische Mitarbeiterin in der Grundschule Bad Münder arbeitet, lachend.

Stefan kennt die Initiative aus der Region Hannover, wo sie bis vor zwei Jahren noch gelebt hat. Die Gruppe hat dort fast 4000 Mitglieder und auch Stefan hat sie häufig genutzt, „wenn ich mal grad nicht so flüssig war, aber was brauchte. Aber die Strecken sind mir jetzt einfach zu weit geworden, um Sachen abzuholen und deswegen habe ich mich auf die Suche nach einer Gruppe in der Umgebung gemacht“, erklärt die 26-Jährige. Leider erfolglos. Und so habe sie sich entschlossen, einfach selbst aktiv zu werden und eine eigene Gruppe für „Hameln und die Region“ zu gründen.

„Natürlich kann man sich auch auf Flohmärkten umschauen, aber das Schöne ist, dass man hier auch ganz ungeniert gezielt nach Dingen fragen kann. „Also wenn etwa die Waschmaschine plötzlich ihren Geist aufgibt. Und anders als vielleicht bei anderen Kleinanzeigen-Portalen sitzen die Gruppenmitglieder eben in der Nähe. „Das stärkt auch die Nachbarschaft“, sagt Stefan, die sich sehr gefreut hat, als die erste Frau, die bei ihr etwas abholte, zum Dank ein Blümchen dabei hatte.

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