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Neue Gewänder für die Sternsinger

BAD MÜNDER. Im Saal des Gemeindehauses der katholischen St. Johannes-Baptist-Gemeinde surren die Nähmaschinen. Auch Roswitha Klingers 24 Jahre alte Singer Samba 7 ist im Einsatz. Sieben Frauen schneiden Stoff zu und versehen die Ränder der Umhänge mit einer sehr nobel und königlich wirkenden Kante mit Mäandermuster.

Welche Bordüre für welchen Stoff? Textile Erfahrung ist beim Fertigen der Sternsinger-Gewänder gefragt. FOTOS: HUPPERT

Autor

Christoph Huppert Reporter

Die großzügige Spende einer münderschen Familie hat die Aufstockung des Fundus der Sternsinger-Gewänder möglich gemacht. Bei Kaffee und Kuchen und unter der Leitung von Dr. Maria Ballmaier, der stellvertretenden Vorsitzenden des Pastoralrates, zerschneiden die Frauen die Pannesamt-Stoffballen in große Rechtecke. Eigentlich keine komplizierte Vorgehensweise – doch weiß niemand, wie groß die Sternsinger, die erst am kommenden Sonnabend zur Anprobe erscheinen werden, wirklich sind. „Wir machen das eben so auf Verdacht“, erklärt Janett Fürhake. „Lieber etwas zu groß als zu knapp“, rät eine andere Näherin. „Man kann ja noch mit einem Gürtel raffen.“

Auf dem Tisch liegen die übrigen Sternsinger-Utensilien: Krone, Schatzkästlein und Stern. „Am Samstag treffen sich hier alle die, die bei den Sternsingern am 5. und 6. Januar mit dabei sein wollen“, kündigt Ballmaier an. Ab 10 Uhr findet dann das Infotreffen im Gemeindehaus statt. „Da gibt’s erst einen Film, dann die Einweisung in den Ablauf und natürlich die Anprobe.“

Von den Sternsinger besucht wird allerdings nur der, der das ausdrücklich wünscht und sich angemeldet hat. Und die haben dann natürlich auch jede Menge Kreide dabei, um an Wohnung, Haus und Hof das „C+M+B“-Segenszeichen anzubringen.

Die Kante wird veredelt – Meter um Meter genäht.
  • Die Kante wird veredelt – Meter um Meter genäht.
Pannesamt-Bahnen werden auf Länge gebracht.
  • Pannesamt-Bahnen werden auf Länge gebracht.
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„Auch viele Protestanten werden im Luther-Jahr dabei sein“, berichtet Ballmaier – bei den Besuchten, aber auch unter den Besuchern. In die grün, rot, blau und golden Gewänder gehüllt, kann jeder bei den Sternsingern mitmachen. Ballmaier: „Anmelden kann man sich noch bis kurz vor Beginn der Veranstaltung. Auch Moslems sind ebenso willkommen wie alle anderen.“

Nachdem schon etliche neue Gewänder entstanden sind, trifft mit dem zweieinhalbjährigen Marian Viecens auch ein kleines Model ein. An ihm nehmen seine Mutter Jeanette, Katharina de Vries, Alicia Smykala und Dorothea Nauer erste Anproben vor, die der 94 Zentimeter große Mini-Sternsinger geduldig über sich ergehen lässt. „Da lagen wir mit unserer Schätzung beim Zuschneiden gar nicht so schlecht“, stellt Gisela Döhring zufrieden fest, und lässt die Schere wieder durchs royalblaue, leicht glitzernde Samttuch gleiten.

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