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Landsommer-Führungen bei Touristen sehr beliebt / Neuer Kurs beginnt Ende Januar

Neue Gästeführerinnen gesucht

Weserbergland. Wer „auf den Spuren der Fürsten von Metternich“ wandeln, das Kirschendorf Gellersen erkunden oder des Ludolf von Münchhausen eheliche Hausfrau kennenlernen möchte, der nimmt an einer Landsommer-Führung der Gästeführerinnen Weserbergland teil.

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Vom Frühjahr bis zum Spätherbst zeigen sie interessierten Gästen die Besonderheiten ihrer Heimat abseits der gewohnten Touristenpfade. Ob man sich für eine Wanderung auf dem Lünigsberg oder für eine Dorfführung im Kostüm in Fuhlen entscheidet – in jedem Fall trifft man auf eine ausgebildete Gästeführerin.

Bereits 1991 führte die Ländliche Erwachsenenbildung den ersten Ausbildungskurs für Gästeführerinnen durch. Dieser Kurs sollte Frauen einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nach der Familienpause ermöglichen. Am Ende des Kurses gab es 15 ausgebildete Gästeführerinnen aber keine Arbeit. Doris Müller, eine der Absolventinnen, nahm die Herausforderung an und begann die Arbeitsgemeinschaft der Gästeführerinnen aufzubauen und für Aufträge zu sorgen. Sie besuchte Touristinformationen, Hotels und Busbetriebe, um dort die Dienstleistung Gästeführung anzubieten.

Obwohl die Arbeitsgemeinschaft der Gästeführerinnen Weserbergland mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad durch die Landsommer Broschüre erreicht hat, ist ihre eigentliche Aufgabe die Busbegleitung. Busunternehmen aus ganz Deutschland lassen sich gerne von qualifizierten Gästeführerinnen durch das Weserbergland begleiten. Ein- oder mehrtägige Touren, mit oder ohne Eintritt in Museen – was der Kunde will, wird organisiert. Das Hauptzielgebiet liegt zwischen Höxter und Minden, es werden aber auch Hannoversch Münden, das Lipperland oder das Steinhuder Meer angefahren, Es gibt keine standardisierten Rundfahrten, jede Tour wird auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Gäste abgestimmt. Sogar Radfahrer werden auf Wunsch von einer erfahrenen Gästeführerin auf dem berühmten Weser-Radweg begleitet. Dazu braucht sie nicht nur eine gute Kondition, sondern auch ein spezielles Wissen, um auch bei kleinen Pannen zu helfen.

Einer Gästeführerin wird einiges abverlangt: Flexibilität, Organisationstalent, Sprachgewandtheit, Kontaktfreudigkeit und nicht zuletzt ein großes Wissen über ihre Heimat: das Weserbergland. Dieses Wissen erlangt man bei einem Kurs der Ländlichen Erwachsenenbildung. Nach mehreren Ausbildungskursen gehören heute 25 Kolleginnen der Arbeitsgemeinschaft der Gästeführerinnen Weserbergland an. Zwischen Hessisch Oldendorf im Norden und Höxter im Süden. „Nur noch etwa die Hälfte der Kolleginnen sind aktiv und machen Führungen“, erzählt Doris Müller, die heute noch die Vorsitzende ist. „ Aber viele der inaktiven Mitglieder kommen immer noch gern zu unseren Veranstaltungen“. Es gibt einen abwechslungsreichen Fortbildungsplan mit Vorträgen, Besichtigungen und Seminaren, die von allen auch wegen der guten Gemeinschaft gern besucht werden. In erster Linie dienen diese Veranstaltungen dem hohen Qualitätsanspruch der Arbeitsgemeinschaft, um den unterschiedlichen Interessen der Gäste auch weiterhin gerecht werden zu können. Um gut vernetzt zu sein und keinen Trend in der Gästeführung zu verpassen, schauen die Gästeführerinnen auch über den Tellerrand.

Die Gästeführerinnen Weserbergland sind Mitglied im Bundesverband der Gästeführer Deutschlands BVGD und nehmen an bundesweiten Treffen teil. Den „Weltgästeführertag“, der vom Bundesverband initiiert wird, nutzt die Arbeitsgemeinschaft auch, um mit Schnupperführungen auf den Landsommer aufmerksam zu machen. Denn längst gehören nicht nur Touristen zu ihren Gästen, sondern auch die Einheimischen. Ob goldene Hochzeit, Konfirmation oder Klassentreffen – mit einer Führung kann man jeder Familienfeier eine ganz besondere Note geben.

Dabei ergreift jede Gästeführerin Eigeninitiative und gestaltet ihre Führung selbst. Das ist nicht schwer, denn die Frauen hegen eine Leidenschaft für ihr Metier: „Gästeführerin wird man nicht, um Geld zu verdienen. Es ist ein bezahltes Hobby“, sagt Doris Müller. Die Besoldung hängt von der Anzahl der geführten Touren ab.

Ende Januar beginnt ein neuer Ausbildungskurs, der mit 148 Unterrichtsstunden bis zum Sommer dauern wird. Natürlich gehören Baustilkunde und Geschichte zu den Unterrichtsfächern, auch Geologie, Forstwirtschaft, Sagen und Märchen. Bei einem Wochenendseminar im Februar soll nicht nur die Rhetorik geübt, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Vorab gibt es schon mal Informationen bei Doris Müller unter der Telefonnummer 05157/239 oder 0172 8146730.



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