weather-image
26°

Neue Friedhofssatzung: Mehr Möglichkeiten für die Bestattung

BAD MÜNDER. Baumbestattungen, Doppel- oder Rasengräber – die Zeiten, in der Angehörige lediglich zwischen Sarg- oder Urnenbestattung wählen konnten, sind lange vorbei. Eine neue Friedhofssatzung soll bald auch in Bad Münder für mehr Wahlmöglichkeiten bei der Beisetzung bieten.

Urnengräber werden immer beliebter. Daher könnte es in der Kernstadt bald Urnenbeisetzungen an einer Stele geben. Foto: jli
lindermann

Autor

Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite

Rund acht Jahre ist es her, dass die Satzung in der Stadt zuletzt geändert wurde. In der täglichen Praxis habe sich allerdings gezeigt, dass verschiedene Punkte der Satzung nun angepasst werden sollten, begründet die Stadtverwaltung die Neufassung. Stimmen die politischen Gremien der Satzung zu, würden sich vor allem zwei Neuerungen ergeben: die Urnenbeisetzung an einer Stele und Doppelrasengräber.

„Da in den letzten Jahren die Anzahl der Urnenbestattungen gegenüber den Sargbestattungen immer weiter zugenommen hat und weitere Steigerungsraten zu erwarten sind, soll dem Zeitgeist folgend die neue Grabstättenart ‚Urnennaturgrabstätte an der Stele‘ eingeführt werden“, heißt es von der Verwaltung. Dies sei jedoch zunächst lediglich in der Kernstadt geplant.

Dazu ist ein Grabfeld vorgesehen, in dessen Mitte ein Baum steht. Dort könnten etwa 100 Urnen im Rasen beigesetzt werden. Auf diesem Feld sollen sich außerdem kleine Granit-Stelen verteilen, die über Trittsteinplatten miteinander verbunden sind. Für jeden Bestatteten könnten dann daran Metallplatten mit Namen, Geburts- und Sterbedatum angebracht werden. „An diesem kleinen zentralen Platz können außerdem kleine Blumengebinde und Ähnliches abgelegt werden“, so die Stadt. Bei positiver Nachfrage könne diese neue Grabart zudem auch auf Friedhöfen in weiteren Ortsteilen eingeführt werden. „Erste Interessen sind bereits bekundet worden“, heißt es von der Verwaltung. „Durch geordnete Belegungsplanung beziehungsweise durch Nichtvergabe von Flächen wird dort bereits versucht, entsprechende Grabfelder vorzuplanen.“

Häufig hätten Hinterbliebene zudem nach Doppelrasengräbern – für Särge und Urnen – gefragt. Dies war bislang nicht geregelt, soll aber mit der Neusatzung grundsätzlich auf allen städtischen Friedhöfen angeboten werden.

Doch die neue Satzung hat auch Grenzen. „Gelegentlich vorgetragene Wünsche, zum Beispiel nach Einführung von Waldbestattungen können insbesondere aus räumlichen Gründen nicht realisiert werden“, so die Verwaltung. Auch ein Feld für muslimische Grabstätten ist nicht vorgesehen. Dafür gibt es jedoch einen einfachen Grund: „Bisher gab es noch keinen Bedarf, deshalb haben wir es aus der Satzung herausgelassen“, sagt Pamela Bogorinsky vom Fachdienst Tiefbau bei der Stadtverwaltung.

Bis die neue Satzung in Kraft tritt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Zunächst müssen alle Ortsräte der Neufassung zustimmen – den Anfang macht dabei der Ortsrat der Kernstadt am Mittwoch, 21. Februar. Im Anschluss beraten der Planungs- und der Verwaltungsausschuss. Am 14. Juni hat dann der Rat das letzte Wort.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare