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Sandstein Löwe mit Niedersachsenross steht jetzt am Herzog-Wilhelm-Denkmal

Neue Fahne gehisst

RÜHLE. Es gibt kein so schlechtes Wetter, das es durch den einmaligen Ausblick vom Rühler Herzog-Wilhelm-Denkmal hinab ins Wesertal nicht wieder wettgemacht werden könnte.

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Julia Alin Reporter
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Trotz wolkenverhangenem Himmel entschädigte der Blick auf die Weser und die Ortschaften Rühle und Pegestorf beim diesjährigen Hissen der blau-gelb gehaltenen Fahne auch für das eher trübe Wetter. Unter den Rühler Einwohnern und Gästen, die den Aufstieg zum Denkmal auf sich genommen hatten, waren auch Bodenwerders Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schmidt sowie Dieter Heitefuß und Gerd Lietke vom Braunschweigischen Landesverein für Geschichte, Heimat und Kultur.

Und während viele Denkmalbesucher ins Wesertal blickten, warf Heinz Beckmann mehr als einmal einen wohlwollenden Blick auf den Löwen aus Sandstein, der den Blick auf Rühle gerichtet, das Wappen mit dem Niedersachsenross in seiner Pranke hält. Der 76-jährige Salzhemmendorfer wohnt seit Anfang April in Bodenwerder und hat im Jahr 1988 diesen Löwen aus einem ehemals neun Tonnen schweren Stein geschaffen. Nun wiegt der Löwe nur noch rund zwei Tonnen. Mit seinen Helfern hat Beckmann damals rund 400 Arbeitsstunden investiert. „Mit mehreren Traktoren zur Absicherung des Kranwagens und viel Manpower haben wir den Löwen an seinen endgültigen Platz gesetzt“, berichtet der Steinmetz und Bildhauer, der mit 44 Jahren auch noch eine Ausbildung als Restaurator absolvierte.

Pünktlich und vom Sechs-Uhr-Glockengeläut des Rühler Kirchturms begleitet, stemmten einige kräftige „Rühler Kerle“ mit Muskelkraft den rund 12 Meter hohen Aluminiummast mit der neuen, 2,50 x 1,50 Meter großen Fahne in seine Halterung. „Die Fahne mit dem Rühler Wappen hält nur etwa sechs Monate“, meinte der Vorsitzende der Braunschweiger Vereinigung Rühle e. V., Ronald Düe. Er dankte Rüdiger Schaper, der auch in diesem Jahr (wie seit über 20 Jahren) in seine Privatschatulle gegriffen und eine neue Fahne gespendet hatte. Nirgendwo sei „blau-gelb“ so gegenwärtig wie in dem „braunschweigischen Grenzort“ Rühle. Wollte man von der damaligen Landeshauptstadt Braunschweig nach Rühle, musste man das gesamte „Land hinter dem Tunnel“, wie der braunschweigische Weserdistrikt einst liebevoll-verklärend genannt wurde, durchqueren. Und deshalb hat die letzte Braunschweiger Vereinigung dieser Art, zu Ehren des allseits beliebten Landesfürsten Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums immer noch seine Berechtigung. So sind die Rühler immer noch ein Teil des modernen Niedersachsens, ohne die historischen Wurzeln der eigenen braunschweigischen Landesgeschichte zu verleugnen.

Den Löwen hat Heinz Beckmann aus Sandstein gehauen. FOTO: BOR
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