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Drei Ansichtskartensammler entwickeln gemeinsam Bildband über Bad Münder und die Ortsteile

Neue Eindrücke dank alter Ansichten

Bad Münder (jhr). Dass ausgerechnet das Haus an der Echternstraße, das Anfang des Jahres einem Neubau weichen musste, den Titel eines neuen historischen Bildbandes ziert, ist reiner Zufall – und passt doch perfekt. Die Autoren Herbert Krieg, Ulrich Manthey und Manfred von Allwörden haben sich auf einen Streifzug durch die Geschichte der Stadt und ihrer Dörfer gemacht und Veränderungen nachgespürt, jetzt halten sie die ersten Exemplare ihres Werkes „Bad Münder und seine Ortsteile“ in den Händen.

hr Faible für alte Ansichtskarten und Regionalgeschichte brachte Herbert Krieg, Ulrich Manthey und Manfred von Allwörden (v.l.)

128 Seiten, 238 Abbildungen, 18,95 Euro, erschienen in der Reihe Archivbilder im Sutton Verlag – das sind die Eckdaten des neuen Buches. Was sie nicht verraten: Auf die Leser wartet eine ganze Reihe von Aufnahmen, die in Bad Münder bislang noch weitgehend unbekannt sind. Die drei Autoren, die beiden Münderaner Krieg und von Allwörden und der Springer Manthey, haben ihre Archive durchforstet und echte Raritäten ausgegraben. Alle drei sind begeisterte Sammler von Ansichtskarten, interessieren sich sehr für die regionale Geschichte. Und: Sie arbeiten gerne zusammen. Das ist ihnen eine Erwähnung wert, weil „unter Sammlern sonst das Konkurrenzdenken recht ausgeprägt ist. Wenn jemand von uns etwas Besonderes findet, freuen sich die anderen mit“, sagt Krieg.

Teilhaben lassen wollen sie nun auch andere an historischen Aufnahmen Interessierte. „Wir können mehr als 100 Jahre Revue passieren lassen, der Öffentlichkeit auch viele bereits vergessene Bilder und Details zeigen“, erklärt von Allwörden. Für den ehemaligen Ersten Stadtrat Bad Münders ist es die erste Veröffentlichung dieser Art, seine Mitstreiter, der Bauunternehmer Krieg und der Lehrer Manthey, haben bereits durch ähnliche Publikationen auf sich aufmerksam gemacht. Erst im vergangenen Jahr erschien ein Bildband über Springe.

Die gemeinsame Basis ist das Sammeln von Ansichtskarten, eine Leidenschaft, mit der sich Krieg bereits 1982 infizierte. An die Anfänge erinnert er sich noch heute: „Da war diese Karte mit der Abbildung des Gradierwerkes an der Langen Straße. Das stand dort, wo heute die Tankstelle steht – und ich konnte es zunächst überhaupt nicht einordnen. Seit ich ein Kind war, stand dort die Tankstelle. Etwas anderes war für mich überhaupt nicht denkbar“, erinnert sich Krieg. Der Beginn eines Hobbys, das er bis heute nicht aufgegeben hat – auch, wenn ein Erfolgserlebnis inzwischen deutlich schwieriger zu erzielen ist als noch vor Jahren. „Es gibt immer weniger Karten, die man noch nicht kennt“, sagt von Allwörden, der auch in den einschlägigen Online-Auktionshäusern zu Hause ist. Wurde früher das Gros über Börsen verkauft, hat heute das Internet eine wichtige Stellung eingenommen.

Deutlich an Bedeutung gewonnen haben Ansichtskarten für Sammler Ende der 70er Jahre, weiß Manthey. Das Bewusstsein für Geschichte, für alte Gebäude sei gewachsen. „Nach dem Krieg wurde hier durchs Wegreißen mehr zerstört als während des gesamten Weltkrieges“, sagt er. Von Allwörden erinnert an die beginnende Stadtsanierung in Bad Münder, die von einem neuen Bewusstsein kündete.

In ihrem Buch gehen die Autoren in kurzen Texten auf die Bilder ein, erläutern Veränderungen sowohl in den Ortsteilen als auch in der Kernstadt. „Erstmalig sind auch alle Ortsteile berücksichtigt“, berichten sie. Für die Texte haben sich die drei Sammler intensiv mit Chroniken und Überlieferungen befasst, dabei auch das NDZ-Archiv durchforstet. „Manchmal geben einige Sätze aus einer damaligen Zeitung einen anderen Blick auf eine Entwicklung als die Darstellung in der Ortschronik, die ohnehin jeder im Ort bereits kennt“, sagt von Allwörden. Und nicht immer war es einfach, Personen und Häuser zuzuordnen. Nur mit Hilfe einer älteren Münderanerin gelang es Krieg, das Rätsel des Titelbildes aufzulösen: Der Fotograf hielt die Kaufmannsfamilie Rohde im Bild fest. Gleich nebenan schaut Bäcker Kunrich aus der Tür, er ist umgeben von Bauarbeitern. Auf der anderen Straßenseite ist der Postbote zu sehen.

Erhältlich ist der Bildband ab sofort im Buchhandel.



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