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Neue Breitbandfreuden nur für Brullsen

BAD MÜNDER / HAMELN. Die Aufgabe ist gewaltig, die Erwartungen sind entsprechend hoch. Am Ende der Informationsveranstaltung für Bürgermeister im Landkreis Hameln-Pyrmont in der Hamelner Sumpfblume war klar: Das schnelle Internet via Glasfaserkabel kommt. Unter bestimmten Voraussetzungen.

Thomas Heitmann von htp erläutert Details. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

Bis 2022 baut der Telekommunikationsversorger „htp GmbH“ aus Hannover insgesamt 480 Kilometer Tiefbauleitungen mit sieben Technikstationen und 323 Glasfaser-Verteilern, die im Landkreis mehr als 11000 Haushalte anschließen sollen. „Wir werden nur so durchs Internet flitzen“, freute sich Landrat Tjark Bartels, der den Ortsbürgermeistern den Start der Glasfaser-Breitbandversorgung zusammen mit den beiden htp-Geschäftsführern Thomas Heitmann und Karsten Schmidt vorstellte. Von einer Ringleitung aus sollen zuerst die weißen Flecken, dann die bislang weniger gut versorgten Orte angeschlossen werden. „Die letzten werden die ersten sein“, so Bartels in Vorfreude auf den neuen, zukunftsfähigen Gigabit-Standard.

Lob auch vom Münderaner Bürgermeister Hartmut Büttner: „Glasfaser bis vor jedes Haus, das war vom Landkreis die richtige Entscheidung.“ Bad Münder sei in Sachen Internet gut „bereits relativ gut versorgt“. Allerdings nicht in allen Ortsteilen mit der gleichen Geschwindigkeit und Qualität.

Beim Blick auf die Karte des geplanten Glasfaser-Ausbaus dann Ernüchterung. Nur der Ortsteil Brullsen taucht als mit öffentlichen Mittel geförderter Anschlusskandidat auf. Alle anderen Ortsteile und die Kernstadt – Fehlanzeige.

Der Grund: Mit Steuergeldern kann erst gefördert werden, wenn die bereits verfügbare Geschwindigkeit 30 MBit und weniger beträgt. „Lohnt sich das dann für Ihre Firma nicht“, schimpfte eine enttäuschte Besucherin der Veranstaltung, und musste sich vom Landrat aufklären lassen, dass die Gesetzeslage eine andere Regelung schlicht verbiete. „Uns wären 50 oder 70 MBit auch lieber, geht aber nicht“, versuchte Bartels das Problem der Einstiegshürde zu erklären.

Auch der Flegesser Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. „Kann mir kaum vorstellen, dass beim Kollegen Wittich in Bakede oder in Beber, Egestorf und Rohrsen 30 MBit erreicht werden.“ Und dass die Internetgeschwindigkeit in Eimbeckhausen stark variiere, musste auch Büttner einräumen.

„Ich werde jetzt öfter zu verschiedenen Tageszeiten einmal die Geschwindigkeit der DSL-Verbindung überprüfen“, kündigte Olejnizak an. „Ich bin nicht sicher, ob die Datenerhebungen – von wem auch immer – in der Vergangenheit zutreffend waren.“

Wer nicht auf der Karte auftaucht, der bleibt bei „Glasfaser bis zur Haustür“ also erst einmal außen vor. Finden sich genug Interessenten und Kunden, dann könnte es nach Ausbauende vielleicht „noch mal eine zweite Chance geben“, hofft Bartels. Ohnehin müssen 40 Prozent der potenziellen Kunden für einen Glasfaseranschluss erst einmal ihr Interesse bekunden. Per Formblatt beim örtlichen Bürgermeister. „Erst dann wird gebaut – versprochen“, so htp-Geschäftsführer Heitmann. Wer dann wann bedient wird, das ist auf der Firmen-Webseite unter htp.net/glasfaser/hameln-pyrmont/ nachzulesen.



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