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Auch unter neuem Namen: Rintelner Moslems weiterhin auf Dialog gestimmt

Neubau einer Moschee in Rinteln zurzeit nicht auf der Tagesordnung

Rinteln (ur). Zwei Gerüchte machten in letzter Zeit die Runde - und sie betrafen beide die islamische Gemeinde in Rinteln. Zum einen gab es Spekulationen, ob die Umbenennung des Trägervereins in "Türkisch-Islamische Gemeinde Rinteln" eine Veränderung in der religiös-politischen Ausrichtung bedeuten würde. Verbunden damit wurde auch die Tatsache, dass die hiesige Moschee in diesem Jahr keine Einladung zum Fastenbrechen an nichtmuslimische Teilnehmer nach dem Ramadan ausgesprochen hat und außerdem kursierte die Behauptung, dass in Rinteln der Bau einer größeren Moschee geplant sei.

Im Gespräch mit Murat Demirel, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, hat unsere Zeitung sich um Auskünfte bemüht - die auch mit selbstverständlicher Offenheit gewährt wurden. "Als Verein waren wir schon länger der Türkisch-Islamischen Union angeschlossen - einem Dachverband, der eng mit dem türkischen Verband Ditib zusammenarbeitet, über den die vom türkischen Staat bezahlten Religionslehrer nach Deutschland entsandt werden." Voraussetzung sei dabei stets, dass diese den Verfassungsgrundsatz der Trennung von Staat und Religion bejahen. Nachdem deutsche Stellen schon länger daraufdringen, zentrale Ansprechpartner für den Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen zu haben, wolle die Union nunmehr, dass alle mit ihr unter verschiedenen Namen zusammenarbeitendenörtlichen Vereine künftig als Gemeinde firmieren, in Verbindung mit dem jeweiligen Ortsnamen: "Damit unterstreichen wir den überörtlichen Zusammenhalt, aber auch die Gemeinnützigkeit." Darüber hinaus ändere sich nichts - auch nicht an der traditionell praktizierten Offenheit des örtlichen Vereins: "Wir laden zum Beispiel weiterhin Schulen und Kindergärten dazu ein, dass die Jungen und Mädchen uns besuchen und sich informieren können über den Glauben ihrer islamischen Mitschüler." Demirel gibt gern zu, dass der Verzicht auf die Einladung zum diesjährigen Fastenbrechen auch als Anstoß zum Nachdenken bei den christlichen Gemeinden gedacht ist: "Einige unserer Mitglieder haben schon vermisst, dass die Initiative zu dieser Form des Miteinanders bislang überwiegend von uns ausgegangen ist. Mit den christlichen Gemeinden kooperieren wir gut, wenn es um Diskussionen zu Fragen geht, die uns zu trennen scheinen - aber das gesellige und gesellschaftliche Miteinander kommt uns dabei bislang zu kurz." Man würde sich daher freuen, wenn von einzelnen Gemeinden oder auch der Ökumene mal Einladungen zum Kaffeetrinken oder zu einem gemeinsamen Abendessen erfolgen könnten, im Sinne einer freundschaftlichen Begegnung zwischen den Gläubigen unterschiedlicher Bekenntnisse. Zur Frage eines Moschee-Baus relativiert Demirel: "Das steht bei unsererörtlichen Situation derzeit nicht auf der Tagesordnung." Wohl denke man über neue Lösungen nach, denn "bei hohen islamischen Feiertagen kommen schon mal rund 300 Beter in der Moschee zusammen und dann wird es doch sehr beengt". Außerdem habe der jetzige Standort unweit der Konrad-Adenauer-Straße den Nachteil, dass es dort sehr verkehrsreich sei - und damit ungünstig für Kinder, aber auch für ältere Gläubige. "Auf Dauer wünschen wir uns da schon eine andere Lösung, gern auch mit einem gesicherten Grundstück und derMöglichkeit, ein Teehaus einzurichten, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist." Er könne sich zum Beispiel auch eine Räumlichkeit im Bereich des ehemaligen britischen Krankenhauses vorstellen: "Es wäre schön, wenn uns die Stadt Rinteln oder auch die örtlichen Kirchen bei der Suche nach einem solchen Objekt behilflich sein könnten."




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