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Kindergarten Bakede: Trotz Vorab-Beratung in den Fraktionen keine Einigung über vorgestellte Modelle

Neubau? Anbau? Der Ausschuss vertagt sich

Bad Münder/Bakede (jhr). Die Diskussion um eine Neubau- oder Anbau-Lösung für das neue Domizil der Kindertagesstätte Bakede ist endgültig in der münderschen Politik angekommen. Wie schwer sich die Vertreter allerdings mit einer Entscheidung tun, wurde in der jüngsten Sozialausschusssitzung deutlich: Nach rund zweistündiger Diskussion vertagte das Gremium am Dienstagabend die Festlegung auf eines der vorgestellten Modelle.


Dabei hatten sich die großen Ratsfraktionen bereits am Montagabend auf grundsätzliche Linien festgelegt: Während die CDU mit einem Beschluss für eine Neubau-Lösung in die Sitzung ging, hatte sich Fraktionschef Rolf Wittich in seiner SPD/FDP-Ratsgruppe nicht durchsetzen können: Die Mehrheit plädierte für die Lösung „Großer Anbau mit Umbau“ – die Lösung, die die Verwaltung als Planvariante B zum Beschluss vorschlägt.

Dass der bestehende Kinderspielkreis in der Trägerschaft der Kirche in eine Kindertagesstätte überführt werden soll, ist unstrittig. Hoch emotional wird allerdings seit Monaten die Frage nach dem künftigen Standort der Einrichtung diskutiert. Eine Ortsratssitzung zu dem Thema in Bakede mobilisierte Ende Januar sogar 60 Zuhörer, die ihrem Unmut über die Entwicklung Luft machten.

Große Diskrepanz bei den Baukosten

Im Sozialausschuss stellte Frauke von Oheimb, Architektin der Verwaltung, gemeinsam mit Sozialamtsleiterin Elisabeth Borcherding die jüngsten Planungen zum Kita-Gebäude vor. „Auf den ersten Blick ist alles klar – doch es gilt, einen zweiten Blick zu riskieren, wenn es um das Wichtigste, um unsere Kinder geht“, leitete die Ausschussvorsitzende Petra Joumaah die Diskussion ein und spielte auf die Diskrepanz der Baukostenschätzung zwischen Neubau in Schulnähe und Anbau an die Grundschule Bakede an: Rund 740 000 Euro für den Neubau stehen rund 510 000 Euro gegenüber.

Neu für einige Beteiligte war die vorgesehene Positionierung des Neubaus auf dem Festplatz in Bakede – und der Umstand, dass das Gebäude aufgrund der Lage im Hochwassergebiet auf einer 1,20 Meter hohen Aufschüttung platziert werden müsste. 1129 Quadratmeter des Festplatzes würden benötigt, rechnete von Oheimb vor. Bei dem vorgestellten Plan für den Umbau von bestehenden Klassenräumen würde an die Schule in nördlicher Richtung angebaut, der Anbau würde rund zwei Drittel der gesamten Kita-Fläche betragen. Dorfgemeinschaftsräume könnten im Gebäude verbleiben – ein Kritikpunkt, der die ersten Umbaupläne der Stadtverwaltung bei den Einwohnern in ein negatives Licht gerückt hatte.

Vertreter der Kirchengemeinde als Träger erklärten in der Sitzung, der Anbau-Variante „nur mit Bauchschmerzen“ zustimmen zu können und listeten auf, was ihrer Ansicht nach noch verändert werden müsste. SPD/FDP-Fraktionschef Wittich, gleichzeitig Ortsbürgermeister Bakedes, machte aus seiner Unzufriedenheit über die Anbaulösung kein Geheimnis, sieht insbesondere die Feste der Dorfgemeinschaft auf dem Platz vor der Schule in Gefahr, wenn das Außengelände der Kindertagesstätte wie bei der Anbau-Lösung vorgesehen platziert werde. „Sehr enttäuscht“ sei er, dass Vertreter der Dorfgemeinschaft nicht in die Planungsgespräche einbezogen worden seien.

Mahnende Worte kamen zum Ende der Diskussion von Kämmerer Marcus Westphal: Er erinnerte an die Hürde Kommunalaufsicht, die angesichts der finanziellen Lage der Stadt „sehr genau hinschauen“ werde. „Wir sind aufgefordert, die Wirtschaftlichkeit zu bedenken, nicht nur das Wünschenswerte zu sehen.“ Dem Antrag des proBürger-Vertreters Johannes Weidner auf Vertagung („Es sind hier neue Details der Planung vorgestellt worden“) schloss sich mit den Vertretern der CDU und Wittich die Mehrheit an.



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