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Discounter mit 760 Quadratmetern / Edeka: Nichts gewusst / Was wird aus den Neukauf-Plänen?

"Netto"überrascht mit Bauantrag für Markt!

Heeßen (tw). Überraschungs-Coup in Klein Eilsen: Der Marken-Discounter "Netto" will auf der Brache unweit des Hotels und China-Restaurants, die einst Edeka bebauen wollte, einen Lebensmittelmarkt errichten. Der Bauantrag liegt der Samtgemeinde seit Dienstag, 6. März, vor. Kommt es zum Bau, würden - mit Blickauf den benachbarten Penny-Markt am Ortseingang von Luhden - auf engstem Raum gleich zwei Discounter um die Gunst der Kunden buhlen.

"Hässliche Brache": Hier, vis-a-vis der Einmündung zum Wiesengru

Entsprechende Informationen der Landes-Zeitung bestätigt Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann auf Anfrage. Demnach soll der Discounter eine Verkaufsfläche von 760 Quadratmetern zuzüglich weiteren 25 Quadratmetern für einen Backshop haben - und damit knapp unter der Obergrenze von 800 Quadratmetern liegen, ab der es nach der so genannten Regelvermutung zu wesentlichen Auswirkungen auf umliegende Kommunen kommen könnte. Antragsteller ist laut Schönemann die BER Grundstücksgesellschaft mbH (Hannover); der eingereichte Entwurf stamme von der P. H. Voss Projekt Management GmbH, mit Sitz in Lüneburg. Geplant sind 80 Stellplätze, nur 52 wären vorgeschrieben. Weiterer Gang der Dinge: Jetzt ist der Rat Heeßen gefordert, der sich das Projekt bereits auf der nächsten Ratssitzung vorstellen lässt. Schönemann nach einem ersten Blick in die Papiere: "Das Projekt liegt innerhalb der Grenzen eines gültigen B-Planes - es wird vermutlich ,passen'." Ist dem tatsächlich so, wäre theoretisch nicht einmalein Ratsvotum möglich - oder nötig. Weil es sich bei dem Vorhaben aber nicht um "irgendein Privathaus" handelt, soll es gleichwohl herbei geführt werden. Die Samtgemeinde wiederum muss gewährleisten, dass die Erschließung sichergestellt ist. "Das", so der Eilser Bürgermeister, "ist sie". Die Baugenehmigung selbst müsste dann der Landkreis aussprechen. Schönemann in seiner Funktion als Gemeindedirektor von Heeßen: "Wenn's zum Bau des Netto-Marktes kommt, wäre das für Heeßen eine gute Sache." Allerdings, so Schönemann, "hoffe ich, dass das Projekt das Edeka-Vorhaben auf dem Gelände der früheren Schaumburg-Klinik nicht gefährdet". Heeßens Bürgermeister Wilhelm Brümmel (CDU) und Vize-Bürgermeister Kai Alack (SPD) sagten gestern unisono und spontan zu den Netto-Plänen: "Das ist ja toll. Persönlich würden wir uns sehr freuen, wenn's was wird. Dann wären wir endlich diese hässliche Bau-Brache los." Bad Eilsens SPD-Fraktionschefin Christel Bergmann ist dagegen skeptisch: "Ich weiß nicht, ob Netto - im Wortsinn - ,gegenüber' von Penny eine Chance haben wird." Gott sei Dank zeichne sich ab, dass Edeka dennoch an dem Neukauf-Vorhaben auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik festhalten werde. Andreas Stegemann, Geschäftsführer Edeka MIHA Immobilien-Service : "Ich selbst bin vom Bauantrag überrascht worden. Netto gehört zwar zu Edeka, ist innerhalb des Konzerns aber völlig selbstständig und hat eine eigene Expansionsabteilung." Man sei quasi "Konkurrenz". Gleich Anfang der Woche will Stegemann innerhalb seines Hauses klären, welche Auswirkungen der Bau des Netto-Marktes für das eigene Vorhaben auf dem Gelände der Schaumburg-Klinik haben könnte. Im Gegensatz zu einem Discounter, der nur über ein begrenztes Angebot an Warengruppen verfügt, wäre der Neukauf allerdings ein Markt mit Vollsortiment. Ein Argument, das dafür spricht, dass Edeka an dem Vorhaben trotz des Netto-Baus tatsächlich festhalten könnte ... Übrigens: Das Thema "Netto" wird am Donnerstag, 15. März, auf der Tagesordnung des Gemeinderats Heeßen stehen. Die Sitzung, die um 19 Uhr Im Wiesengrund beginnt, ist öffentlich.



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