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Großaktionär beantragt Sonderprüfung

Neschen AG kommt nicht zur Ruhe

Essen / Bückeburg (rc). Die Neschen AG kommt nicht zur Ruhe. Einer der Großaktionäre, die Vermögensverwaltung Erben Dr. Karl Goldschmidt GmbH, hat beim Vorstand der Neschen AG die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung und die Bestellung eines Sonderprüfers beantragt. Sollte dem Antrag auf Sonderprüfung nicht stattgegeben werden, werde Goldschmidt denim Aktienrecht vorgesehen Weg über die Anrufung eines ordentlichen Gerichtes gehen: "Im Sinne des Aktionärsschutzes und der rückhaltlosen Aufklärung."

In Folge der seit langem kritisch betrachteten wirtschaftlichen Entwicklung und Informationspolitik des Unternehmens habe sich die Vermögensverwaltung bereits am 15. Juni, also sechs Tage vor der ordentlichen Hauptversammlung, "gezwungen" gesehen, den Antrag auf Sonderprüfung zu stellen, teilte Goldschmidt in einer Pressemitteilung mit. Auch die teilweise turbulent verlaufende Hauptversammlung habe die Vermögensverwaltung in ihrem Vorhaben bestärkt. Wie berichtet war der Vertreter der Vermögensverwaltung, ihr Geschäftsführer Frederick von Dörnberg, zweimal an das Mikrophon getreten und hatte Vorstand und Aufsichtsrat mit einem umfangreichen Fragenkatalog gelöchert. "Eine Vielzahl von unzureichend beantworteten Fragen", wertet Goldschmidt die Antworten. Mit ihrem Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung und Bestellung eines Sonderprüfers zur Untersuchung "wirtschaftlicher Vorgänge vergangener Jahre" wisse sich die in Essen ansässige Vermögensverwaltung der Unterstützung zahlreicher Kleinaktionäre sicher. Davon zeugten auch die schlechten Abstimmungsergebnisse für Vorstandssprecher Stefan Zinn und Aufsichtsratsmitglied Rolf-Werner Zinn. Stefan Zinn hatte bei der Entlastung lediglich 61 Prozent der Aktionärsstimmen hinter sich, sein Vater kam mit 52,5 Prozent nur knapp auf die erforderliche Mehrheit. Über die Einberufung der außerordentlichen Hauptversammlung (aoHV) hat der Vorstand der Neschen AG zu entscheiden. Ihr muss stattgegeben werden, wenn ein Verlust in Höhe von mindestens der Hälfte des Grundkapitals im Rahmen einer Bilanzaufstellung festgestellt wurde, so das Aktiengesetz, oder aber wenn dies mindestes 20 Prozent der Aktionäre verlangen. Die Vermögensverwaltung Goldschmidt hält zwischen 25 bis 29,99 Prozent der Neschen-Anteile, erfüllt also die Voraussetzungen des Paragraph 122, Absatz 1 Aktiengesetz. Über die Einsetzung des Sonderprüfers hat die Hauptversammlung zu entscheiden.

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