weather-image
12°
Nordsehler Rat rekapituliert das August-Hochwasser: Pumpe fiel aus / Ersatzanlage gefordert

Nächste Schadensrechnung an die Gemeinde

Nordsehl (gus). Das August-Hochwasser hat im Gemeinderat Nordsehl zu einer heftigen Diskussion mit Bürgerbeteiligung geführt. Werner Jendraschek mahnte schon beim Vortrag der Bürgermeisterin zu wichtigen Angelegenheiten den Bedarf einer Ersatzpumpe an. Dietmar Böse (SPD) musste auf die Geschäftsordnung verweisen, wonach Zuhörer erst in der Einwohnerfragestunde zu Wort kommen.

Der Gümmerskamp stand Ende August unter Wasser. Foto: gus

Die Hochwasserpumpe in der Gemeinde Nordsehl ist beim Hochwasser am 27. August nach Worten von Bürgermeisterin Hanna Mensching-Buhr ausgefallen. Dies sei geschehen, obwohl sie die Pumpe regelmäßig zur Probe laufen gelassen hatte. Mittlerweile sei die Pumpe von Rost befreit worden und funktioniere wieder. Mensching-Buhr will sie weiterhin regelmäßig testen.

Jendraschek verlangte die Installation einer Ersatzpumpe zur Entlastung der Holpe. „Es kann nicht sein, dass die Menschen in Siedlungsbereichen an dem Bach unter Hochwasser leiden, nur weil eine Pumpe defekt ist.“ Dann hätte den Bürgern nicht erlaubt werden dürfen, mit Keller zu bauen, als die Baugebiete besiedelt wurden. Mensching-Buhr verwies darauf, dass sie seinerzeit noch kein Ratsmandat hatte.

Joachim Willems fragte, ob die Ratsmitglieder sicher sind, „dass Rost die Ursache für den Defekt gewesen ist“. Er wollte zudem wissen, ob auch das stark eisenhaltige Wasser des Baches Holpe Schuld am Ausfall der Umwälzanlage gewesen sein könnte. Hans-Heinrich Redeker räumte ein, dass auch das Phänomen der „Verockerung“ zu beobachten war. Doch tatsächlich habe Rost an Zahnrädern zum Ausfall geführt.

Ein Problem ist laut Redeker, Geschäftsführer des Abwasserverbands Gehle-Holpe, dass die Pumpen recht selten laufen. „Bei normalen Niederschlagsmengen gibt es an der Holpe kein Hochwasser.“ Dies beschäftigt die Gemeinde nach Worten Adolf Deterdings (CDU) bereits seit zwölf Jahren. Der Rat habe die Sache großräumig im Auge. Es werde darauf geachtet, dass keine zusätzliche Versiegelung von Flächen Nordsehl belastet.

Rüdiger Oldemeier machte seinem Unmut dennoch Luft. Das Hochwasser habe bei ihm einen Schaden von vielen Tausend Euro angerichtet. „Nur wegen euch“, schimpfte er. Passiere es noch einmal, dass eine Pumpe bei Hochwasser ausfällt, wolle er den dann entstehenden Schaden der Gemeinde in Rechnung stellen. Ärgerlich fand Oldemeier, dass in Nordsehl immer die Westernstraße betroffen ist.

Mensching-Buhr räumte nach reger Diskussion ein, dass es so, wie es diesmal gelaufen ist, nicht in Ordnung gewesen ist. Die Gemeinde werde sicherstellen, dass die Pumpe beim nächsten Hochwasser nicht wieder ausfällt. „Dann stellen wir euch beim nächsten Mal wieder an den Pranger“, sagte Willems nur halb zum Spaß.

Die Gemeinde bemüht sich auch um eine Ersatzpumpe, so Mensching-Buhr. Was in der Macht von Rat und Verwaltung stehe, werde unternommen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt