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Jugendfeuerwehr Hattendorf schreibt Erfolgsgeschichte / Nach Wettkämpfen Entspannung im Zeltlager

Nachwuchs auf großer Tour durch Niedersachsen

Hattendorf (la). Die Plätze eins, drei und vier der Auetaler Gemeindewettbewerbe sind in diesem Jahr an die Hattendorfer Jugendfeuerwehr gegangen. Beim Kreiswettbewerb wurden die Hattendorfer Fünfte, und bei den Bezirkswettbewerben lösten sie überraschend das Ticket für die Landesmeisterschaften, bei denen sie einenhervorragenden neunten Platz belegten. Ein riesiger Erfolg, den bislang keine andere Auetaler Jugendfeuerwehr erzielen konnte. "Wir haben in diesem erfolgreichen Sommer quasi eine Reise durch Niedersachsen gemacht und dabei eine Erfolgsgeschichte geschrieben und eine Menge erlebt", erzählt Jugendwart Lars Weber.

Die Hattendorfer Nachwuchslöscher bejubeln ihren neunten Platz b

Die Reise der Jugendlichen begann mit einem Trainingslager im Süntelbad in Haddessen. Dort bereiteten sie sich sehr intensiv auf die folgenden Wochen vor. Es wurden Knoten angelegt, Schläuche aufgerollt und Staffelübergaben geübt. Doch auch der Spaß kam an dem Wochenende nicht zu kurz. So kühlten sich die Jugendlichen tagsüber bei hochsommerlichen Temperaturen im benachbarten Schwimmbad ab, abends konnte man sich dann am Lagerfeuer und bei einer Nachtwanderung entspannen. Nach jenem Wochenende war aber noch lange nicht Schluss mit den Wettbewerbsvorbereitungen. So wurden nochüber 20 zusätzliche Dienste absolviert. "Sogar zu Hause waren die Jugendlichen kaum zu bremsen und übten", lobte Weber. Das sollte sich in den folgenden Wochen bezahlt machen. Bei allen Wettbewerben belegten die Hattendorfer vordere Plätze. Vorläufiger Höhepunkt war der erste, dritte und vierte Platz bei den Gemeindewettbewerben in Escher. Doch viel Zeit zum Feiern blieb nicht, denn bereits einen Tag später ging es zu den Kreiswettbewerben nach Bückeburg. Dort war das Ziel der Hattendorfer, sich für die Bezirkswettbewerbe zu qualifizieren. Dafür musste eine Platzierung unter den ersten zehn Gruppen her. Und tatsächlich, von 99 gestarteten Gruppen schaffte eine Hattendorfer Gruppe den Sprung auf den fünften Platz. Der zweiten Gruppe unterlief ein Fehler zu viel, und so landete sie punktgleich mit den Rodenbergern auf dem undankbaren elften Platz. Die dritte Gruppe, die Tags zuvor noch Gemeindemeister geworden war, hatte nicht ihren besten Tag erwischt, belegte aber trotzdem noch einen guten 30. Platz. Mit dem fünften Platz hatten sich die Hattendorfer die Startberechtigung für die Bezirkswettbewerbe in Bad Nenndorf erkämpft. Sehr gut vorbereitet, aufgeregt und mit Unterstützung der Eltern, ging es in den Kurort. Dort starteten die 59 besten Gruppen aus dem Regierungsbezirk Hannover. Nach einem spannenden und hochklassigen Wettbewerb konnten sich die Hattendorfer gemeinsam mit den Gruppen aus Möllenbeck und Rodenberg durchsetzen und lösten ihr Ticket für die Landesmeisterschaften. Dies wurde im Anschluss mit den Eltern und Jugendlichen bei einer Wasserschlacht und einer Sektdusche gefeiert. "Keine andere Auetaler Jugendfeuerwehr hat sich jemals für diesen Wettbewerb qualifiziert", sagt Weber, der stolz auf seine Jugendlichen ist. "Wie schwer die Qualifikation ist, sieht man auch daran, dass es diesmal aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont keine Gruppe geschafft hat, sich für die Landeswettbewerbe zu qualifizieren." Den Hattendorfern stand ein einmaliges Erlebnis bevor, dem die Jungen und Mädchen regelrecht entgegenfieberten. In Osterode im Harz wurden die Zelte aufgeschlagen. "Nach dem Training war den Jugendlichen eine deutliche Erleichterung anzumerken, denn sie hatten festgestellt, dass sie mit den anderen Gruppen mithalten können", erzählte Weber. Am Sonntag ging es dann endlich richtig los. Mit einem eigens angemieteten Fanbus, zahlreichen Pkw und Motorrädern waren über 70 Hattendorfer Fans nach Osterode gekommen. Bewaffnet mit Ratschen, Presslufthörnern und Trommeln bildeten sie eine der lautstärksten Fangruppen. Nach einem fehlerfreien Durchgang war die Freude groß, denn damit war die Grundlage für eine gute Platzierung gelegt. Beim anschließenden B-Teil, einem Staffellauf mit diversen Aufgaben, waren die Hattendorfer eine der schnellsten Gruppen. So konnte am Ende ein hervorragender neunter Platz von 50 Gruppen bejubelt werden. "Für einen kleinen Ort wie Hattendorf mit gerade einmal 500 Einwohnern ist dies eine fast schon sensationelle Platzierung", freute sich Weber. Ein herzliches Dankeschön möchte die Jugendfeuerwehr an dieser Stelle an alle Sponsoren richten, die eine Teilnahme erst ermöglicht haben. Auch bei der Gemeindeverwaltung und insbesondere bei Bürgermeister Thomas Priemer möchten sich die Jugendlichen für die spontane und unbürokratische Unterstützung bedanken. Auf den Wettkampfstress folgten Spaß und Erholung. Mit 25 Jugendlichen ging es ins Kreiszeltlager nach Munster in der Lüneburger Heide. Mit dabei waren auch die Jugendfeuerwehren aus Antendorf und Klein Holtensen. Gemeinsam mit über 700 Teilnehmern sollte hier der Spaß im Vordergrund stehen. Beim Beachvolleyball- und Baseballspielen wurden alte Freundschaften wieder aufgefrischt und neue geschlossen. Nur beim Lagerwettbewerb wurde darauf keine Rücksicht mehr genommen. Es war ein spannendes Kopf-an-Kopfrennen, bei dem sowohl Kreativität, als auch Köpfchen gefragt waren. Hier bewiesen die Hattendorfer abermals ihr Geschick und sicherten sich in der Gesamtwertung aller Spiele den dritten und vierten Platz von über 75 Gruppen. Auch das wechselhafte Wetter und eine Sturmevakuierung am ersten Abend konnten dem Feuerwehrnachwuchs die Stimmung nicht vermiesen. "Im Gegenteil - während der Evakuierung in die Sporthalle wurde sogar eine Polonaise quer durch die Halle mit über 200 Teilnehmern gemacht", erinnert sich Weber. Spaß gab es auch mit den Soldaten, die die Jugendlichen im Zelt mit leckeren Speisen versorgten. Ein weiterer Höhepunkt dieser Lagerwoche war ein Fackelumzug. Mit über 700 Jugendlichen ging es mit Fackeln bewaffnet quer durch Munster. Ein besonderer Höhepunkt im Rahmen des Abendprogramms stellte eine extra einstudierte Choreographie der Hattendorfer zu einem Remix von Michael Jacksons Hit "Give in to me" dar. "Dieser kam beim Publikum so gut an, dass uns schon eine Anfrage für einen Auftritt beim Tag der Niedersachsen im nächsten Jahr vorliegt", sagt Weber. Auch in diesem Jahr fand das Zeltlager mit Pizzaessen und Discoabend einen gelungen Abschluss. Doch die Reise der Hattendorfer ist für dieses Jahr noch nicht beendet. Ende August geht es für ein weiteres Wochenende nach Bad Nenndorf - zu den Internationalen Wettbewerben. Vielleicht kann dort die Erfolgsgeschichte der kleinen Auetaler Jugendfeuerwehr fortgesetzt werden...

Im Kreiszeltlager stehen Spaß und Spiel im Vordergrund.
  • Im Kreiszeltlager stehen Spaß und Spiel im Vordergrund.
Riesige Stimmung herrscht beim Auftritt der Hattendorfer. Fotos:
  • Riesige Stimmung herrscht beim Auftritt der Hattendorfer. Fotos: la
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