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Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodt wartet während seiner ersten Sprechstunde lange vergeblich auf Besucher

Nach langem Leerlauf die Erlösung um kurz vor 17 Uhr

Eimbeckhausen (st). Gestern Nachmittag 15.01 Uhr: Karl-Heinz Bodtmann sitzt erwartungsfroh in der Bücherei der Eimbeckhäuser Grundschule. Vor gerade einmal einer Minute hat seine erste Ortsbürgermeister-Sprechstunde begonnen – ein Service, den Bodtmann den Einwohnern ab sofort einmal im Monat anbieten will. Ein niederschwelliges Angebot soll es sein, um Sorgen und Nöte loszuwerden.

Eimbeckhausens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodtmann wartet während seiner ersten Sprechstunde auf Einwohner. Foto: st

15.05 Uhr: Bodtmann ordnet einen Stapel Zettel, die er eigens für die Sprechstunde vorbereitet hat. Wer kommt, kann dort Name und Anschrift eintragen, Bodtmann würde dann in einem Extra-Kästchen kurz das Anliegen festhalten und in einem nächsten Kästchen das weitere Vorgehen. Ein Teller mit selbst gebackenen Keksen steht für die Besucher bereit, auch etwas zu trinken hat der Ortsbürgermeister für die Gäste mitgebracht.

15.15 Uhr: Bodtmann schaut auf die Uhr – noch ist keiner gekommen, die Tür bleibt geschlossen. Bis 18 Uhr will er dennoch ausharren. Und falls keiner kommt? „Hier sind ja genügend Bücher, dann komme ich wenigstens mal zum Lesen“, sagt er schmunzelnd. Das Risiko eines schleppenden Starts müsse er eingehen. „Aber ich nehme mir die Zeit für die Einwohner. Ich denke es ist gut, wenn sie vor Ort eine Stelle haben, an die sie sich wenden können. Schließlich ist Eimbeckhausen der zweitgrößte Ortsteil nach der Kernstadt, da gibt es sicher Bedarf“, ist er überzeugt.

15.25 Uhr: Immer noch keiner da. „Das muss sich vielleicht erst rumsprechen“, sagt Bodtmann. Er glaube aber an das Konzept. „Ich will wissen, wo den Eimbeckhäusern der Schuh drückt.“ Jeder müsse sehen, was er für das Dorf tun kann. „Ich als Pensionär habe die Zeit für eine solche Sprechstunde.“ Je nach Zuspruch will er Zeitpunkt und Dauer des Angebotes der Nachfrage anpassen. Die Idee hat Bodtmann aus seinem Berufsleben mitgebracht. „Ich habe beim Sozialamt der Region Hannover gearbeitet und auch da Hilfesuchenden eine Sprechstunde angeboten.“

16 Uhr: Bodtmann wartet weiter – bislang vergeblich. Er lässt sich seine Laune aber nicht verderben.

16.55 Uhr: Die Tür geht auf, Bodtmann strahlt – der erste Einwohner ist da. Thema: Winterdienst. Der Eimbeckhäuser ist unzufrieden mit dem Räumen der Schneemassen. Bodtmann hält die Beschwerde fest, verspricht, sich darum zu kümmern.

Dann geht es Schlag auf Schlag, zwei weitere Einwohner kommen zur Sprechstunde. Es geht noch einmal um den Winterdienst, der andere hat eine Frage zur entstehenden Ortsumgehung. „Wahrscheinlich sind die drei erst nach Feierabend gekommen“, sagt Bodtmann und überlegt, die Sprechstunde vielleicht in Zukunft ein wenig nach hinten zu verlegen.

Um 18 Uhr packt Bodtmann dann zufrieden seine Sachen zusammen, schließt die Tür und geht nach Hause. Er freut sich schon auf seine nächste Sprechstunde im Januar – denn Bedarf sei ja offenbar vorhanden.



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