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Nach erfolgreicher „Mondlandung“ auf Schmusekurs mit dem Publikum

9000 Fans feiern mit James Blunt ein stimmungsvolles Konzert in der TUI Arena

„Guten Abend Hannover, wie geht’s?“, begrüßt James Blunt seine Fans, nachdem er, meist mit dem Rücken zum Publikum, mit „Face The Sun“ und „I’ll Take Everything“ seine ersten beiden Songs aus dem All in die fast ausverkaufte TUI Arena geschickt hat.

9000 sind in die komplett bestuhlte Arena gepilgert, um Blunts „Moon Landing“ live zu erleben. Der Brite ist kein großer Talker, sein Sprachrohr ist die Musik, die viele als „Weichspül-Mucke“ oder „Lagerfeuer-Romantik“ bezeichnen. Dem Tour-Motto angepasst, stehen neben dem Hauptakteur noch vier weitere Musiker in armeegrünen Overalls auf der Bühne. Auf Videoleinwänden unterstützen Filme von startenden Raketen und Mond-Fotos die ersten Songs des Sängers, der in seiner Jugend zwei Jahre in Soest lebte, als sein Vater dort bei der Rheinarmee stationiert war.

Der Sound ist gut, Blunts Falsett-Stimme erreicht jede Ecke der rappelvollen TUI Arena. Die Fans genießen die Seelen-Vollbalsamierung des 40-Jährigen. Blunt lässt sich weiter von der Romantik-Welle tragen, er ist halt ein Schmusesänger – nicht mehr und auch nicht weniger. Seit seinem sensationellen Album „Back To Bedlam“ (2004) und dem Überhit „You’re Beautiful“ ist es dem zweifachen Brit-Award-Gewinner nicht annähernd gelungen, sein Image als Schnulzensänger abzulegen. Ob er das auch tatsächlich will, weiß nur er allein, denn ausverkaufte Tourneen, unzählige Auszeichnungen und Plattenverkäufe in Millionenhöhe zeigen beeindruckend, dass seine musikalische Massentauglichkeit weiter ungetrübt ist.

Ohne Frage, es sind die eher ruhigen Momente, die ein Blunt-Konzert ausmachen. Wenn er bei Whitney Houstons „Miss America“ und „You’re Beautiful“ die Piano-Tasten streichelt, oder bei „Carry You Home“ und „Goodbye My Lover“ das Publikum mitsingen lässt. Doch der Sänger/Songwriter kann auch anders, animiert bei schnelleren Songs wie „Heart To Heart“ oder „Postcards“ das Publikum auch schon mal zum Mitklatschen.

Auch das Bad in der tobenden Menge lässt sich Blunt nicht nehmen, rennt bei „So Long, Jimmy“ einmal quer durch die Arena-Reihen, schüttelt Hände und fühlt sich dabei sichtlich wohl. In der Nachspielzeit lässt es James Blunt noch einmal, wenn man das bei einem Blunt-Konzert überhaupt sagen kann, richtig krachen.

„Days like these lead to, nights like this leads to, love like ours, you light the spark in my bonfire heart“ – Textzeilen aus dem Song „Bonfire Heart“, die Blunt in seinem Video als Motorrad fahrenden Rocker zeigen. Die kurzen musikalischen Kursänderungen tun dem Konzert gut, denn eine reine Kuschelrock-Veranstaltung wünscht sich sicher auch ein James Blunt nicht.




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