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"Job-Reha" geht neue Wege / Pilotprojekt angelaufen

Nach drei Wochen in Eilsen wieder topfit für die Arbeit

Bad Eilsen (tw). Dirk Günther (46) ist Paket-Zusteller bei der Post-Tochter DHL. 6000 Treppenstufen pro Tag, das ist in seinem Beruf normal; dass er beim Ausliefern seit 30 Jahren täglich etwa 200 Sendungen wuchtet, die ein Durchschnitts-Gewicht von jeweils 15 Kilogramm haben, auch. Weder für Dirk Günther noch für Dr. Heinz-Hubert Daalmann und Dr. Uwe Winkelhake ist es dagegen "normal", dass sich der Zusteller derzeit im Julianenhof aufhält, denn: Dirk Günther ist ein besonderer Patient - nämlich der erste Teilnehmer des Pilotprojekts "Job-Reha", das nach zwei Jahren Vorlaufzeit jetzt begonnen hat.

Und das kam so: "Ich hatte eine Knie-Operation", berichtet der Braunschweiger. Und ergänzt: "Als Folge davon bildeten sich bei mir die nun nicht mehr belasteten Muskeln zurück". Glück für ihn war es, dass die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Hannover-Braunschweig gemeinsam mit der Deutschen BKK sowie den Unternehmen Deutsche Post und VW-Nutzfahrzeuge justament zu diesem Zeitpunkt das Projekt Job-Reha startete; der Kontrakt, durch den Überweisungswege deutlich verkürzt werden sollen, wurde am 9. Januar 2007 in der Landeshauptstadt unterzeichnet. "Es handelt sich bei der Job-Reha in Bad Eilsen um ein dreiwöchiges stationäres Trainingsprogramm, das exakt auf die Arbeits- und Bewegungsabläufe zugeschnitten ist, welche die Mitarbeiter in den genannten Unternehmen täglich bewältigen müssen", berichtet Dr. Daalmann, Leiter der orthopädischen Klinik. "Außer in Bad Eilsen wird diese Maßnahme nur noch im Rehazentrum Bad Pyrmont angeboten", fügt Dr. Winkelhake hinzu. Speziell für diejenigen Kollegen von Dirk Günther, die für das Zustellen der Briefe kräftig in die Pedalen treten müssen, hat die DRV sogar ein Post-Fahrrad inclusive der zugehörigen Körbe angeschafft. DHL-Zusteller Dirk Günther übt dagegen mit in Kisten verpackten Gewichten, die unterschiedlich schwer sind. Die Teilnahme an der "Job-Reha" ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Deutscher Post und VW-Nutzfahrzeuge freiwillig. Wenn sie Beschwerden am Rücken oder den Gelenken haben, die mit ihrer Arbeit in Zusammenhang stehen, können sie sich bei ihrem Betriebsarzt melden. Er veranlasst auf kürzestem Wege eine für den Betroffenen optimale Rehabilitationsmaßnahme - zum Beispiel in Bad Eilsen. Dr. Daalmann: "Das Projekt wird von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wissenschaftlich begleitet." Dadurch soll der Nachweis erbracht werden, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tatsächlich länger an ihrem bestehenden Arbeitsplatz verbleiben können - und weniger Beschwerden haben. Die Maßnahme läuft zunächst für die Dauer eines Jahres. Innerhalb dieser Zeitspanne erwarte der Julianenhof etwa 25 bis 30 Einzelpatienten, die, jeder auf seine Art, wieder fit fürs Arbeitsleben gemacht werden. Zumindest bei Pilot-Patient Dirk Günther scheint das auch zu klappen: "Nach dem Ausdauer- und Rumpfmuskeltraining bin ich zwar jedesmal völlig fertig - aber dieses ,Fertigsein' ist alles andere als unangenehm", berichtet der Zusteller. Zumal die harte "Sport"-Komponente bei der Job-Reha durch weiche Anwendungen wie Massagen und Fango-Packungen gemildert wird. Wenn Dirk Günther nach Ablauf der drei Wochen wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, wird er im Kollegenkreis die Werbetrommel für die Job-Reha rühren. Für die Job-Reha - "und für das Rehazentrum Bad Eilsen", ergänzt der DHL-Zusteller mit einem überzeugten Lächeln in Richtung der beiden Ärzte.



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