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Vor Gericht: Geldstrafe wegen Sachbeschädigung / In Bierlaune alles ausgeplaudert

Nach der Trennung einen Reifen zerstochen

Eilsen/Bückeburg (ly). Eine Trennung verarbeiten Menschen unterschiedlich. Die einen ziehen sich ins Schneckenhaus zurück, kommen fast um vor Liebeskummer. Andere stürzen sich ins Nachtleben, um rasch einen neuen Partner zu finden. Wieder andere neigen zu Reaktionen, wie sie ein 52-Jähriger aus Bad Eilsen gezeigt hat: Nach der Trennung zerstach der Mann ("Ich habe mich getrennt, nicht sie") am Auto seiner "Ex" einen Reifen.

Ein halbes Jahr nach der Tat hat das Bückeburger Amtsgericht den Eilser jetzt wegen Sachbeschädigung zu 500 Euro Geldstrafe verurteilt. Umgerechnet sind das 25 Tagessätze, fast ein Monatseinkommen. Die Strafe hätte höher ausfallen können, doch zwei weitere Taten konnten dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden: Ebenfalls im März soll er einen zweiten Reifen zerstört sowie ein Kabel im Motorraum durchtrennt haben, wodurch der Kleinwagen sich nicht mehr starten ließ. Für überführt in zumindest einem Fall hält Richter Armin Böhm den 52-Jährigen aus mehreren Gründen. So war ein Anruf beim Opfer aufgezeichnet worden, in dem ein Mann drohte: "Dein Auto ist schon tot - und du wirst die Nächste sein." Die Frau, ebenfalls aus der Samtgemeinde Eilsen, will die Stimme ihres Verflossenen erkannt haben. Nach Angaben der 45-Jährigen war dies nicht die einzige verbale Attacke. "Nachts hat er unter meinem Schlafzimmerfenster böse Sachen gesagt und Steinchen geschmissen", gab sie als Zeugin vor Gericht zu Protokoll. Vor allem aber sprach gegen den Angeklagten, dass dieser in Bierlaune geplaudert und sich offenbar selbst verraten hat. Vorm Kneipentresen vertraute er einem Bekannten an, den Reifen zerstochen zu haben. "Der hatte einen im Tee", erklärte der Bekannte im Prozess. Völlig wesensfremd sind Straftaten dem Eilser auch nicht, denn sein Register umfasst 20 Eintragungen, darunter Sachbeschädigung, Körperverletzung und Bedrohung. Der Angeklagte selbst bestritt die Vorwürfe bis zuletzt. "Ich war das auf keinen Fall", sagte er. "Zu der Zeit habe ich mich bei meiner neuen Lebenspartnerin aufgehalten." Ob er beim Bier von der Tat erzählt habe, wollte Richter Böhm wissen. Antwort: "Da weiß ich nichts von." Die neue Frau an der Seite des 52-Jährigen bestätigte die Darstellung. "Wir waren immer zusammen", erklärte sie. Böhm hält dies für so gut wie ausgeschlossen. Begründung: "Ich glaube nicht, dass der Angeklagte mit seiner Lebensgefährtin 31 Tage im Monat rund um die Uhr zusammen waren." An einer Bestrafung hat die Ex heute übrigens keine Interessemehr. "Daran ist mir nicht gelegen, denn er lässt mich in Ruhe", betonte sie.




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