weather-image
22°
Eltern kämpfen für die Einrichtung einer Integrationsklasse / Schulbehörde will nur Kooperation

Nach der Grundschule Schluss mit Integration?

Bad Münder (jhr). Sie sind es gewohnt, für ihre Kinder zu kämpfen – doch dieser Auseinandersetzung wären sie gerne aus dem Weg gegangen: Die Eltern von vier behinderten Kindern, die nach den Sommerferien eine weiterführende Schule besuchen sollen, streiten derzeit für die Einrichtung einer Integrationsklasse. Dafür haben sie sich sogar mit dem Büro des Ministerpräsidenten in Verbindung gesetzt.


„Wir haben das Recht auf unserer Seite, doch wir können es gegenüber den Behörden nicht durchsetzen. Und: Die Zeit läuft uns weg“, klagt Miriam Leibelt. Dabei hätten die Eltern bereits früh die Weichen dafür gestellt, dass ihre Kinder im Anschluss an die integrative Beschulung an der Grundschule Eimbeckhausen nahtlos in eine neue Integrationsklasse wechseln können. „Schon im Januar 2008 haben wir an der KGS Salzhemmendorf die Einrichtung einer Integrationsklasse beantragt“, erklärt Manuela Kühn, Mutter eines betroffenen Kindes.

Als im Sommer vergangenen Jahres die KGS Bad Münder mit einer Integrationsklasse eröffnete, sahen sich die Eltern sogar auf gutem Weg, ihre Kinder integrativ und wohnortnah beschulen lassen zu können. Auch in Gesprächen im November und Mitte Januar sei ihnen die Einrichtung einer Integrationsklasse in Bad Münder zugesagt und sogar eine zweite Integrationsklasse in Aussicht gestellt worden. Ende Januar dann der Schock: Die Eltern erfuhren, dass entgegen der angekündigten Integrationsklasse an der KGS eine Kooperationsklasse gegründet werden soll – doch genau dieses Modell lehnen sie ab und verweisen dabei auf Erfahrungen aus Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Während in einer Integrationsklasse Schüler, die einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen, gemeinsam mit anderen Schülern unterrichtet werden und fest zum Klassenverbund gehören, handelt es sich bei den Kooperationsklassen um Förderschulklassen, die einen möglichst großen Teil des Unterrichts gemeinsam mit den Regelschulklassen verbringen – zwei Klassen treffen aufeinander. „Kooperation kann nach den ersten Gesprächen mit der münderschen KGS-Leitung aber nur in den Fächern Kunst und Werken stattfinden“, zeigt sich Leibelt von der Entwicklung enttäuscht – und startete gemeinsam mit den Eltern der drei anderen Kinder einen Vorstoß an der KGS Salzhemmendorf. Dort möchte die Schulleitung zwar gern einen entsprechenden Antrag auf Einrichtung einer Integrationsklasse stellen, kann es aber nicht: „Weil aus Bad Münder noch immer mitgeteilt wird, dass dort eine Integrationsklasse eingerichtet wird“, so Manuela Kühn.

Da das Ende der Antragsfrist unmittelbar bevorsteht, wenden sich die Eltern an die Landesschulbehörde, erfahren dort von der zuständigen Mitarbeiterin, dass sie die Entscheidung zugunsten einer Kooperationsklasse treffen wolle, den Eltern jedoch der Klageweg offen stehe. Auch ein Gespräch mit dem zuständigen Regierungsschuldirektor Rainer Langeheine und Joachim Rollert, Dezernent der Landesschulbehörde, vermittelt den Eltern nicht den Eindruck, der Integrationsklasse näher zu sein. „Dabei wollen wir nur eine echte Chance für unsere Kinder. Durch Behördenwillkür werden sie nun an den Rand der Gesellschaft gedrängt“, sagt Leibelt. Die Eltern wollen sich nun anwaltlich unterstützen lassen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt