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Nach dem tödlichen Unfall: Ursache weiterhin unklar

BAKEDE. Der tragische Unfall zwischen Bakede und Hamelspringe, bei dem am Mittwoch ein 59-jähriger Bediensteter der Straßenmeisterei Stadthagen getötet und sein 26-jähriger Kollege verletzt wurde, gibt nach wie vor Rätsel auf.

Gelb blinkende Warnleuten auf dem Dach des Fahrzeugs der Straßenmeisterei wiesen zur Zeit des Unfalls auf die Arbeiten an der Straße hin. Warum der 71-jährige Autofahrer trotz Warnzeichen die Straßenarbeiter erfasste, ist bislang nicht geklärt. Foto:
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Insbesondere die Frage, warum der 71-jährige Münderaner, der mit der Strecke vertraut war, mit seinem Auto den älteren Straßenwärter offenbar ungebremst auf gerader Straße erfasste, beschäftigt Polizei und Beteiligte.

Nach der umfangreichen Spurensicherung an der Unfallstelle stehe in naher Zukunft die Befragung des Autofahrers und des verletzten Straßenwärters an, erklärt Polizeihauptkommissar Michael Rohde vom Kommissariat Bad Münder. Die Auswertung der gesicherten Spuren, eventuell auch die Untersuchung der beschlagnahmten Fahrzeuge, sind weitere Schritte.

Große Betroffenheit herrschte am Donnerstag auch bei den Mitarbeitern des münderschen Bauhofes. „Wir haben regelmäßig mit den Mitarbeitern der Straßenmeisterei zu tun, auch mit dem Verstorbenen. Natürlich hat man sich häufig unterhalten, sich abgestimmt – schließlich sind viele Arbeiten doch sehr ähnlich“, sagt Bauhof-Mitarbeiter Magnus Ertel.

Auch im Kollegenkreis habe niemand eine Erklärung dafür, warum die mit auffälliger Schutzkleidung ausgerüsteten Mitarbeiter der Straßenmeisterei nicht wahrgenommen wurden. Ertel weiß aber aus eigener Erfahrung, dass die Rücksichtnahme von Autofahrern gegenüber Arbeitern auf den Straßen kontinuierlich abnimmt. „Das sind nicht alle Autofahrer, aber viele fahren mit hoher Geschwindigkeit eng an einem vorbei, hupen sogar noch. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis da was passiert“, sagt Ertel.

Beschäftigt waren die beiden Mitarbeiter der Straßenmeisterei mit dem Schließen von Schlaglöchern auf der Kreisstraße. Dazu hatten sie ihr Fahrzeug auf der rechten Fahrbahnseite angestellt, große gelbe Warnleuchten auf dem Dach eingeschaltet. Auf einem Anhänger befand sich das Material, das sie für die Arbeiten nutzten. „Die Absicherung dieser Wanderbaustelle war ordnungsgemäß, entsprach genau den Vorgaben“, sagt Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Die Mitarbeiter seien vorschriftsmäßig mit spezieller Schutzkleidung ausgerüstet gewesen.

Erklären kann sich auch Brockmann den Unfall nicht. Aber auch er, seit 25 Jahren im Beruf, berichtet von der stetig wachsenden Rücksichtslosigkeit von Autofahrern, von aggressivem Verhalten am Steuer, das die Mitarbeiter der Straßenmeistereien immer wieder in gefährliche Situationen brächte. „Gerade aus diesem Grund achten wir besonders stark auf die Einhaltung der Sicherheitsvorgaben und verschärfen sie auch ständig. Das geht so weit, dass wir Fremdfirmen wieder nach Hause schicken, wenn sie in unserem Auftrag tätig sind und nicht vernünftig absichern.“ Brockmann appelliert an Autofahrer, deutlich mehr Rücksicht zu nehmen.

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