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Wittenberger haben am 1. Mai den Kurort als Ziel / MDR-Fernsehen begleitet die 40 Teilnehmer

Nach 460 Kilometern: Botenlauf endet in Eilsen

Bad Eilsen/Wittenberg (tw). Der Kurort wird Dienstag, 1. Mai, gegen 15 Uhr Ziel der Schlussetappe der "Wittenberger Botenläufer" sein: Die 25 Läufer aus der Lutherstadt, die mit ihrem "Marathon" für die Feiern zu der im September 2008 beginnenden "Reformationsdekade" sowie für den Europa-Radweg "R1" werben wollen, werden bis zu ihrer Ankunft in Bad Eilsen 460 Kilometer zurückgelegt haben. Dort werden sie eine Botschaft von Wittenbergs Oberbürgermeister Eckhard Naumann an die Eilser Bürger übergeben. Das MDR-Fernsehen wird den Einlauf der Wittenberger in ihren historischen Gewändern filmen.

Die Botenläufer - und ihre Fahne. Foto: pr

Die seit 1998 in einem aktuell 60 Köpfe zählenden Verein organisierten Botenläufer, die regelmäßig Läufe mit historischem Hintergrund veranstalten, haben sich Bad Eilsen als Ziel ausgesucht, weil der Ort zur Schaumburg-Lippischen Landeskirche gehört - "und damit zur zwar kleinsten, dafür aber ,lutherischsten' Landeskirche Deutschlands", wie Botenläufer Dr. Ulrich Pfingsten (66), Kulturreferent der Stadt Wittenberg, erklärt. Weitere Kontakte gibt es von Sparkasse zu Sparkasse. Diejenige in Eilsen gedenkt 2007 des 150. Todestages ihres Gründers Friedrich Witte, der am 1. Januar 1817 mit der "Eilser Sparlade" die erste deutsche Genossenschaftsbank gründete. Pfingsten, der im Mai 2005 in Bad Eilsen eine Gedenktafel für denGründer enthüllte, ist ein Witte-Nachfahr. Die Sparkasse Wittenberg, die ebenfalls zu den ältesten Gründungen in Deutschland zählt, wird sich an der Ausstellung zu Ehren Wittes beteiligen. Zu sehen sein soll die Ausstellung am 1. Mai in den im Stil des 19. Jahrhunderts drapierten Räumen an der Bahnhofstraße 14 (früher 13). Die Schau, bei der die "Eilser Sparlade" sowie das älteste Sparbuch Deutschlands und eine Menge Dinge aus dem Nachlass Wittes gezeigt werden, soll etwa 14 Tage laufen. "Als Ergänzung dazu", sagt Pfingsten, "will Friedrich Winkelhake, Chef des Heimat- und Kulturvereins, am 1. Mai im Haus des Gastes seine Schau über das historische Bad Eilsen präsentieren". Nicht zuletzt sollen mit dem Botenlauf auch die Kontakte von Bürger zu Bürger vertieft werden - viele Konfirmandengruppen aus Eilsen haben in der Vergangenheit die Lutherstadt besucht, außerdem hat es gebürtige Wittenberger in den Kurort verschlagen. "Dort", sagt Pfingsten, "wird es am 1. Mai einen Empfang durch Pastor Reiner Rinne und Bürgermeister Horst Rinne geben". Als eine Art Gastgeschenk haben die Wittenberger eine Theateraufführung im Gepäck, die vermutlich im Gemeindehaus gezeigt werden soll. Der Titel: "Der Noth-Groschen oder Die Gründung der Eilser Sparlade aus dem Geist der Basedowschen Philosophie". Die 25 Botenläufer (Schnitt: zwölf Kilometer pro Stunde) starten zu ihrer insgesamt fünf Tagesetappen umfassenden Tour am 27. April in Wittenberg; inklusive des Begleittrosses gehen 40 Personen auf die Strecke. Das erste Teilstück der Tour endet in Bernburg. Weitere Ziele sind Quedlinburg und Bad Harzburg. Am vierten Tag ist Höxter das Ziel; dort verlassen die Läufer den Europa-Radweg R 1, absolvieren die letzte Etappe auf dem Weserradwegüber Hameln und Rinteln bis nach Bad Eilsen. Dort übernachten sie im Schullandheim Weser. Übrigens: Mit ihren Aktionen haben die Botenläufer in der Vergangenheit sogar international für Aufsehen gesorgt: etwa, als sie 1993 auf Luthers Spuren nach Rom trabten und dabei 1700 Kilometer zurücklegten. Im Jahre 2001 waren sie von Wittenberg/Wisconsin zur Partnerstadt Springfield/Ohio in den USA unterwegs, nach der Jahrhundertflut 2004 von Decin (Tschechien) nach Wittenberg. Hintergrund: In Wittenberg nahm am 31. Oktober 1517 die Reformation ihren Anfang. Martin Luther veränderte mit seinen 95 Thesen die Kirche und die Welt. Im September 1508 kam Luther nach Wittenberg. 500 Jahre später gestaltet die Stadt eine "Reformationsdekade", bei der sie von 2008 bis 2017 mit einem zehn Jahre währenden Veranstaltungsreigen an das Ereignis erinnert und an den Originalschauplätzen der Reformation Weltgeschichte erlebbar macht. So wird es in Wittenberg Reformations- und Stadtfeste, Musikfestivals, Hofkonzerte, Kanzelreden, Sonntagsvorlesungen und mehr geben.

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